Ich war als Sohn eines Österreichers natürlich grundsätzlich für eine Aufhebung der EU-Sanktionen gegen österreichische Politiker (ich sage das bewusst so, da gegen das österreichische Volk keinerlei Sanktionen verhängt wurden), da ich der Meinung war, die FPÖ sei eine demokratische Partei, deren Mitglieder vereinzelt entgleiste Aussagen machten, die jedoch einer CSU in nichts nachstehen. Das "freiheitliche" Plädoyer der vier FPÖ-Mitglieder hat mir jedoch die Sprache verschlagen. Wie kann es sein, dass ein Land mit so einer Vergangenheit Leute hervorbringen kann, die nichts aus ihr gelernt haben und die obendrein noch an der Regierung beteiligt werden?

Meine lieben Herren Kabas, Westenthaler, Schimanek und Rauter: Sie haben es tatsächlich geschafft, jeden noch so kleinen Zweifel wieder hervorzuholen und zu stärken. Kompliment! In ein so schlechtes Licht hat sich noch keine Partei selbst gerückt.

Ingo Scheifinger Nürnberg

Ich will gestehen, dass mir als Österreicher im Ausland die europäischen Sanktionen gegen ein kleines Land, das demokratisch gewählt hat, unüberlegt und maßlos übertrieben vorkommen, gerade angesichts weitaus dramatischerer Vorgänge in und um Europa, nicht zuletzt auch der aktuellen Extremismusdiskussion hier in der Bundesrepublik Deutschland. Bisher habe ich das Auftreten der FPÖ zwar zeitweise als unangenehm, aber nie als wirklich gefährlich empfunden.

Nach der nun publizierten Glanztat von einer Selbstdarstellung sehe ich mich allerdings gezwungen, meine Einschätzung zu überdenken: Das Selbstverständnis, das aus dem Beitrag spricht, vor allem aber die bedrohliche, fast unglaubliche Einfalt, lässt jegliche politische Intelligenz vermissen, was immerhin die vier Protagonisten zu gefährlichen, weil nicht zu kalkulierenden Mandatsträgern macht.

Gernot Waha, Freiburg

Ihr Problem, das Sie mit der derzeitigen österreichischen Bundesregierung haben, ist manchmal auch meines, wenngleich mir noch niemand sagen konnte, was die Alternative zur jetzigen politischen Konstellation gewesen wäre - auch nicht die ZEIT. Im Nachhinein sind die "Weisen" offensichtlich die Klugen.