Sie war 24, als sie von einem 30 Jahre älteren Mann einen langen Werbebrief erhielt, der so begann: Es gibt in mehreren Ländern, z. B. in Frankreich, Congregationen barmherziger Schwestern, die aus Menschenliebe, aus Nächstenliebe und um Gottes Willen Arme, Kranke oder Notleidende zu pflegen sich berufen fühlen und sich dieses beschwerlichen Geschäfts mit großer Sorgfalt, Liebe und Treue unterziehen. Von jeher haben diese achtungswerten Klassen der barmherzigen Schwestern bei mir in hoher Achtung gestanden, und ich habe die Ausbreitung derselben, soviel es von mir abhing, möglichst zu befördern gesucht.

Da nun aber ein bekanntes französisches Sprichwort sagt, >Alle gute Wohltat beginnt bei sich selbst<, so suche auch ich nach einem solchen weiblichen Wesen, und zwar für mich selbst, da auch ich bedarf der Pflege, die für mich aber nur dadurch, wenn sie mir durch Liebe und Treue gewährt wird, ersten Wert erhalten kann. Gibt es ein solches irgendwo?

Sie, verehrteste Comtesse, gefielen mir schon, als ich Sie vor zwei Jahren zuerst in T... sah, Sie gefielen mir wieder, als ich Sie im vergangenen Jahr daselbst wiedersah: Sie gefielen mir aber noch bei weitem mehr, als ich Sie auch in diesem Jahr, aber leider nur so wenige Augenblicke wiederfand. Ihre heitere Liebenswürdigkeit, Ihre Anspruchslosigkeit, Ihr offenes Wesen sprachen viel mehr als zuvor. Ein inneres Gefühl, eine gewisse Ahnung wurden in mir rege, als ob Sie wohl die sein könnten, die ich suche ...

Und weiter unten in diesem Schreiben wurde er deutlicher: Bald, wenn auch seine jüngste Tochter das Haus verlassen habe, wie die älteren Kinder schon jetzt, werde er einsam und verlassen und ohne allen weiblichen Umgang dastehen, nach dem sein Herz sich sehne und der aber nur unter der Firma einer rechtmäßigen Gemahlin möglich sein könne.

Denn, schrieb er weiter, mein Herz sucht in dieser nicht das, was die Jugend sucht. Nur eine treue Freundin sucht es zur Lebensgefährtin, um mit ihr ein freundliches, stilles, ruhiges und einträchtiges Leben zu führen ...

Aber er nennt auch die Probleme, die zwischen Alt und Jung entstehen können: Sie sind jung, ich nicht. Sie sind lebenslustig und flink ...

ich nicht. Sie sind bei guter Gesundheit ich fast stets unwohl ... Sie tanzen gern ich höchstens noch eine Polonaise ... Sie sind katholisch, ich evangelisch.