Klassik Ich habe einen TraumSeite 3/3

Das Flugzeug, in dem ich saß, rollte in Malpensa über die Landepiste hinaus. Ich dachte, ich würde sterben. Zum Glück haben alle Passagiere die Bruchlandung überlebt. Nach der Landung versuchte ich, so schnell wie möglich das Flugzeug zu verlassen. Aber ich war am Sitz festgeschnallt, konnte den Gurt nicht lösen. Dieses Gefühl des Gefangenseins war schlimmer als das Gefühl, in den vermeintlichen Tod zu fliegen.

In der Regel beschert mir aber auch das Fliegen immer schöne Träume. Ich träume beispielsweise oft davon, selbst fliegen zu können. Ich hüpfe dann von einem Ort zum anderen, leicht und schnell wie eine Biene. Vielleicht hat auch das mit meiner Verdauung zu tun. Wenn ich gut gespeist habe und mich mit vollem Magen ins Bett lege, dann ist das medizinisch gesehen vielleicht ungesund. Aber es verschafft mir wunderbare Träume und schützt mich davor, irgendwo in einem Fahrstuhl ohne Licht stecken zu bleiben. Wenn ich mit vollem Magen einschlafe, dann wünsche ich mir unbewusst vielleicht genau das: leicht wie eine Biene herumzufliegen, mich ebenso leicht auf der Bühne zu bewegen.

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Einen Traum, den ich schon lange habe: Ich würde mein 40-jähriges Karrierejubiläum im April nächsten Jahres gern in Bologna feiern, auf der Bühne, auf der ich 1961 als Rodolfo in La Bohème debütiert habe. Dort möchte ich gern nochmals stehen. In derselben Rolle wie seinerzeit. In demselben Alter wie damals. Das wäre mein schönster Traum.

So freundlich er uns empfing, so freundlich lädt er uns nach zwei Stunden wieder aus. Lasset mich ruhen jetzt. Und gehet hin in Frieden. Die Audienz ist vorbei.

Aufgezeichnet von Walter von Gregorio

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