Grosse Erwartungen wecken die Autoren von Die ICH-Aktie. Nicht mehr und nicht weniger als eine "Karriere-Formel" versprechen sie. Mit ihrer Hilfe soll jeder Leser seinen Marktwert im Berufsleben bestimmen können. Denn: "Das Zeitalter der linearen Karrieren - Bildung, Beruf, Aufstieg bis zur Rente - ist vorbei." Wie errechnet sich nun dieser ICH-Aktien-Index? Ganz einfach: Für die Bereiche "Wissensbasis" und "Emotionale Intelligenz" werden Punkte vergeben. Diese werden mit den Punkten für "Innovationskraft" multipliziert.

Fertig. 50 Prominente und Manager von Bill Gates über Jürgen Schrempp, Lothar Späth und Niki Lauda bis zu Stefan Raab werden so auf den Prüfstand gestellt und in fünf ICH-Aktien-Typen eingeteilt. Bill Gates (960 von 1000 Punkten!)

und Steven Spielberg gehören in die Gruppe der "Visionären Veränderer", Karl Lagerfeld und Stefan Raab zu den "Selbstverwirklichern". Nicolas Hayek (Swatch-Erfinder) ist ein Beispiel für einen "Top-Entre/Intrapreneur", Thomas Middelhoff ein "Netzwerkmeister" und Jürgen Schrempp ein "Klassischer Karrierist". Nun ja, so etwas hatten wir erwartet. Gut: Aus jeder Kurzbiografie werden Fragen an den Leser abgeleitet. "Sind für Sie Spaß und Professionalität kein Widerspruch?" wird etwa im Anschluss an Stefan Raabs Erfolgsstory gefragt. Die Antworten können Aufschluss geben über die eigenen Karrieremöglichkeiten. Natürlich gibt es auch eine Anleitung für die Ermittlung des persönlichen Aktienkurses. Alles in allem ein origineller Denkansatz, und auch das Berechnen des eigenen Kurses macht Spaß. Aber ob es wirklich für eine Hausse reicht? Auf jeden Fall ein gutes Buch zum Verschenken.

* Werner Lanthaler/Johanna Zugmann: Die ICH-Aktie Mit neuem Karrieredenken auf Erfolgskurs Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt a. M. 2000 256 S., 29,65 DM