Die New Economy wird vielleicht aus den Schlagzeilen verschwinden, das Neue Kapital hingegen nicht. Unternehmen, die sich auf privates Beteiligungskapital spezialisieren, werden an den Finanzmärkten eine immer stärkere Rolle spielen. Der Grund: Vermögensverwalter, vornehmlich aus der angelsächsischen Welt, sind ein fester Bestandteil der Finanzszene geworden.

Sie sind kleiner und schneller als etwa die Investmentfonds der Großbanken.

Beispiele sind das relativ alteingesessene britische Unternehmen 3I oder neuere Marktteilnehmer aus den Vereinigten Staaten wie Kohlberg Kravis Roberts und die Carlyle Group. Der Trend zu solchen Vermögensverwaltern zeigt sich auch in Deutschland.

Die privaten Anleger suchen neue Wege, weil die Kapitalmärkte ineffizient sind - das zeigt sich etwa an der sehr niedrigen Bewertung vieler Unternehmen der Old Economy. Die spezialisierten Vermögensverwalter nutzen diese Entwicklung. Sie versuchen beispielsweise, niedrig bewertete Unternehmen zu kaufen, um sie von der Börse zu nehmen. Fernab der Öffentlichkeit wollen sie ihre Neuerwerbungen umstrukturieren. In Deutschland ist das bei Mittelständlern wie Honsel, Grohe und Kiekert längst geschehen. Und dieser Trend wird sich im kommenden Jahr noch beschleunigen. Das neue Übernahmegesetz trägt dazu bei.

Die Entwicklung spiegelt eine tiefergehende Veränderung der Anlagestrategie wohlhabender Privatleute wider. Sachkundige Investoren erwarten nach den berauschenden Kurssprüngen der vergangenen Jahre keine ungewöhnlich hohen Erträge aus klassischen Aktiengeschäften mehr. Deshalb verlangen sie von ihrem Portfolio-Manager, bis zu 15 Prozent "alternativ" anzulegen.

Auch das eine oder andere Unternehmen der New Economy könnte das zu spüren bekommen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn spezialisierte Vermögensverwalter, von ihren Anlegern angetrieben, einige der einst hoch notierten Unternehmen im nächsten Jahr vom Neuen Markt nehmen würden.