Gerhard Schröders Wunschgegner für die nächste Bundestagswahl ist Edmund Stoiber. Eine schöne Paarung. Wenn die beiden gemeinsam und gegeneinander auftreten, wird es schon jetzt interessant, wie neulich beim 50. Jubiläum des Deutschen Naturschutzringes. Gemessen an Applaus und Zustimmung siegte der Kanzler - und war im Festsaal dennoch nicht die rhetorische Nummer eins. Die Ansprache des Dirigenten (von Beethovens Eroica) und Redners Freiherr Enoch zu Guttenberg wurde zwar nicht von den Medien beachtet, aber im Publikum bejubelt. Der Künstler, Umweltaktivist und Sohn des legendären CSU-Abgeordneten las den Politikern die Leviten: "Ist die Politik in diesem Land vernünftiger, besser geworden? Sowenig viele Christsoziale als Christen zu erkennen sind, sowenig Grün scheint den Grünen verblieben zu sein. Und wir erleben schmerzhaft, was es heißt, die Rolle der Opposition ans falsche Lager abgetreten zu haben." Die Ökologen stünden "fassungslos vor einem Scherbenhaufen". Der Kanzler, so wird berichtet, war von dem bayerischen "Fundi" sehr beeindruckt.

Auf dem Moped in die Freiheit.

Auch in der Provinz wurde im Herbst 1989 Geschichte gemacht. Wie die friedliche Revolution in der DDR fernab der Metropolen verlief, hat Toralf Staud für die ZEIT im vergangenen Jahr am Beispiel seiner Heimatstadt Salzwedel beschrieben. Die achtteilige Serie ist jetzt im Mitteldeutschen Verlag, Halle/Saale, unter dem Titel Auf dem Moped in die Freiheit - Wendegeschichten aus der Altmark als Buch erschienen. Ergänzt werden die historischen Reportagen durch Zeitdokumente, Stasi-Akten, Artikel der lokalen SED-Zeitung und Papiere des Neuen Forums Salzwedel sowie eine Chronik, welche die wichtigen Ereignisse des Umbruchjahrs 1989/90 aufführt. Der Band wird vorgestellt auf der Frankfurter Buchmesse und ist von dieser Woche an für 24,80 Mark im Handel erhältlich (ISBN 3-89812-060-0).