Wies stilisiert Heinrich sogar zu einer der "tragenden Vätergestalten der Weltgeschichte".

Ein Sonderfall dabei ist die umfangreiche Heinrich-Biografie Hellmut Diwalds von 1987, nach dem Tod des Autors (1993) inzwischen in Neuauflage erschienen.

Der rechtslastige Erlanger Professor - er hatte die Präambel zum Parteiprogramm der Republikaner verfasst - brachte das Kunststück fertig, aus den Büchern der SS-Historiker Lüdtke und Thoss zu zitieren, ohne ihren Namen zu nennen. Er bindet die Gestalt fest in die preußisch-nationalistische Historiografie. Der Kampf gegen die Ungarn ist für ihn ein "Reichskrieg"!

Mag diese bizarre Geschichtsklitterung auch nur noch amüsiertes Kopfschütteln provozieren, so dürfen sich wenigstens die Fritzlarer über eine wundersame Wandlung freuen. Nicht ein Herrscher ist es, der ihnen zuteil ward, sondern das Denkmal jenes Mannes, der hier einst die Donar-Eiche gefällt haben soll und 724 ein Kloster gründete: Nicht Heinrich, der "König der Deutschen", ziert seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres ihren Domplatz, sondern Bonifatius, der "Apostel der Deutschen".