DIE ZEIT: Herr Töpfer, die Berichte Ihrer Behörde über den Zustand der globalen Umwelt enthalten vor allem Schreckensnachrichten. Haben Sie gar keine frohe Botschaft?

KLAUS TÖPFER: Doch. Wir haben den Ausstoß von Substanzen, die die Ozonschicht schädigen, zurückführen können. In vielen Industriestaaten sind die Abfallberge kleiner, Luft und Wasser sauberer geworden. Heutzutage schwimmt nicht nur Klaus Töpfer durch den Rhein, andere tun das auch - bis hin zum Lachs.

ZEIT: Das klingt, als gäbe es hierzulande nichts mehr zu tun. Kann die deutsche Automobildichte ein Vorbild für den Rest der Welt sein?

TÖPFER: In Deutschland gibt es über 40 Millionen Autos, weltweit sind es gegenwärtig etwa 700 Millionen, im Jahr 2025 sollen es rund eine Milliarde sein. Aber man muss verstehen, dass die Chinesen oder die Inder ihre Mobilitätserwartungen nicht deshalb zurückschrauben, weil andere schon zu viele Autos haben.

ZEIT: Wie lässt sich Mobilität umweltverträglicher gestalten?

TÖPFER: Wir brauchen sparsamere, saubere Motoren in der breiten Anwendung. Die Automobilkonzerne müssen zu Mobilitätskonzernen werden, wenn sie in den Megastädten noch verwertbare Produkte verkaufen wollen. Und schließlich sollten auch die Verbraucher ihr Verhalten ändern.

ZEIT: Müssen ihnen das die Preise sagen?