2. Nachhaltiges Wirtschaften im alpinen Tourismus ist nur bei Abwesenheit von Massentourismus möglich. Es gibt Hotspots, wo sich unglaubliche Massen zusammendrängen, dort suche ich nicht mehr das Authentische.

3. Der Tourismus im Alpenraum wird nicht in dem Maße wachsen können, wie der globale Tourismus in den nächsten Jahrzehnten wachsen wird. Wir sollten zufrieden sein mit dem, was wir haben. Die Landflucht ist gestoppt. Wir sollten froh sein, dass wir an der globalen Boombranche teilhaben können. Es ist jedoch nicht notwendig, Zusatznachfrage aus neuen Märkten in Fernost zu erzeugen. Wir sollten die Hauptmärkte der Zukunft im näheren Einzugsbereich suchen. Es gibt genügend Ballungsgebiete in einer Entfernung nördlich und südlich der Alpen, die man mit vertretbarem ökologischem Aufwand überwinden kann. Angesichts des Booms der Flugreisen der letzten 20 Jahre können wir uns nicht auf Dauer einer Transportkostenwahrheit der Verkehrsträger verschließen. Das wird dazu führen, dass sich die durchschnittliche Entfernung, die ein Tourist zurücklegt, auch wieder senken wird. Derzeit steigt sie noch dramatisch. Dann haben wir einen stabilen, bevölkerungsreichen Markt. Ich wünsche mir, dass es zumindest auf europäischer Ebene diese unglaubliche Privilegierung des Flugverkehrs nicht in alle Ewigkeit geben wird. Jeder Europäer, der fliegt, zahlt nicht nur keine Mineralölsteuer, sondern auch keine Mehrwertsteuer.

Anmerkung:
Wir planen, den Tourismus zwischen Vent und Juval weiter kritisch zu begleiten, und wollen auch im nächsten Jahr eine ähnliche Projektreise in das Gebiet unternehmen. Der Termin wird ähnlich sein wie 2000, steht aber noch nicht genau fest. Sollten Sie an diesem oder anderen Leser-Projekten mit der ZEIT Interesse haben, schicken Sie eine Mail an loppow@zeit.de. Wir informieren Sie dann, auch wenn Sie die Ankündigung in der ZEIT verpassen sollten.