Vorbei an Hout Bay, dem alten Fischerhafen, wo sich ebenfalls der Kapstädter Geldadel breitgemacht hat. Weiter. Richtung Süden. Immer kargere Natur, keine Bäume mehr. Dafür weite Wiesen und Proteen in allen Farben, die kugelig-stachelige Nationalsymbole der Südafrikaner. Und ein Meer von Strohblumen, weißrot blühend bis zum Horizont.

Dann - endlich - am Kap mit tausend anderen, die dieses Weltnaturwunder bestaunen wollen. Und Paviane. Angelockt vom Besucherstrom, flitzen sie zwischen Autos und Bussen herum. Schwupps, schon klettert einer mit einem soeben erbeuteten Brötchen auf die Station der Kap-Zahnradbahn. Die Tiere werden als kostenlose Entertainer geduldet. Wer es allerdings zu doll treibt, wird von den bewaffneten Wildhütern erschossen.

Das südlichste Internet-Café der Welt steht oben an der Bergstation. Schnell eine Mail an die ZEIT-Online-Gemeinde geschrieben und vier prächtige Panorama-Bilder vom Kap angehängt.

Jetzt sind es nur noch ein paar Dutzend Stufen hinauf bis zur Plattform des Leuchtturms. Weiter geht's nicht. Wir sind am Ziel: Am Kap der Guten Hoffnung. Hinter einer kleinen buckeligen Felsnase nichts als Wasser. Nach Süden, nach Westen, nach Osten. Und ein Sturm, der einen fast in den Abrund bläst. Rechts der Atlantik, links der Indische Ozean. Hier fließen die beiden Weltmeere zusammen, der kalte Berguela-Strom und der warme Agulhas. Hier liegt die nach Kap Horn von den Seefahrern gefürchtetste Ecke der Welt. Davon zeugen zahlreiche von Stürmen und Strömungen auf die Klippen geworfene Schiffe. Dutzende weiterer Schiffswracks sollen rundherum am Meeresgrund liegen.

Eine Stunde Marsch vom Leuchturm zum Cape Point. Wild zerklüftete Küstenlinie. Immer neue, noch spektakulärere Blicke. Hier schroffe Felsformationen, dort, geradezu meditativ anrollend, die meterhohen weißen Brecher des Atlantiks. Dann plötzlich, unten, ein Strand. Fast karibisch anmutend. Menschenleer.

Rückfahrt Richtung Norden, diesmal am Indischen Ozean entlang. Das karge Kapland bleibt zurück. Dann wieder liebliche Natur: Araukarien, Eichenwälder, Pinienhaine. Und die Badeorte der ganz gewöhnlichen Capetonians: Fishhoek, Muizenberg und all die anderen Volksbadestrände.

Wieder in Kapstadt. Das Abendessen im Panama Jacks beginnt mit einer Rarität: Die Gruppe teilt sich eine köstliche Perlemoen, eine jener seltenen Riesenmuscheln, die wegen Überfischung bedroht sind. In Fernost gelten sie als Aphrodisiakum. Mit leichtem Schaudern, begleitet von Skrupeln wählen die Besucher lebende Hummer aus Mozambique oder von der Westküste aus. Welch ein köstliches Mahl des Meeres. Dazu ein leichter Weißwein, der uns auf die morgige Tour durchs Weinland einstimmt.