»In den Townships ist Südafrika live - 1 Million, 2 Millionen Schwarze? Das weiß niemand so ganz genau. Ja, jetzt haben sie die Rechte, für die sie Jahrzehnte gekämpft haben. Aber für die meisten hat sich das Leben nicht verändert. Noch nicht - vielleicht. Der Bürgermeister von Alexandra, Jurist, Mitte 30, sagt: "Die übernächste Generation wird den Fortschritt erleben. Es geht voran, aber langsam." Wer wollte diesen Menschen Ungeduld und Aggression verdenken? Wer würde sich wundern, auf Ablehnung zu stoßen, wenn man als Weißer in die "Innereien" der Townships kommt, da hin, wo nicht die Touristenströme für die neue Apartheid sorgten, die Apartheid des Geldes.

Aber es ist anders, geradezu umgekehrt. Wo immer ich den Menschen zuwinkte (und hier heißt Mensch schwarz sein), ihnen zurufe "Hello": kein Wegsehen, kein Verdruss, keine Wut, keine stolze Faust. Die Antwort ist Lächeln.«

 

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» K W A     Z U L U     N A T A L ,     2 5 .     O K T O B E R     2 0 0 0
Gesichter einer Stadt
Auf einer Face to Face Tour können Touristen einen Blick hinter die scheinbar tristen Fassaden einer Township werfen
Von Bernd Loppow