Ihre Vorfahren wurden im 19. Jahrhundert von den Engländern als billige Arbeitskräfte auf die Zuckerrohrplantagen in Südafrika geschafft. Unter unglaublichen Bedingungen, wie auf Sklavenschiffen, überquerten sie den Indischen Ozean. So wie es Le Clézio in seinem Roman "La Quarantaine" (Ein Ort fernab der Welt) erzählt. Dennoch waren sie vermutlich froh, dem Elend in Indien entronnen zu sein. Viele blieben, obwohl sie hätten heimkehren können.

Noch heute sind die Südafrikaner indischer Herkunft in der Provinz Kwa Zulu Natal konzentriert. Sie bilden mit circa einer Million Menschen eine ansehnliche Minderheit im Land und sind in der Regierung mit mehreren Ministern (unter anderem für Tourismus) sogar überrepräsentiert.«

 

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Gandhis Enkel
In Durban leben eine halbe Million Südafrikaner indischer Abstammung. Sie beherrschen in der Touristenmetropole den Handel, betreiben Hotels und Industrieunternehmen
Von Bartholomäus Grill und Bernd Loppow