Trachtet er nach Ruhm? Tut er's für Geld? Die Ein- oder besser noch Auswürfe des Kurt "Dieter" Scheel (so lautet sein richtiger Name), der zum zweiten Mal nun schon dem wahren Theckel in die Parade fuhr, angestachelt, einem Ondit zufolge, durch ach so neutrale Redakteure - sie richten sich selbst

kein Wort sei daran verschwendet, jeder Protest wäre zu viel - he can't get no satisfaction, because he ist not satisfaktionsfähig, pflegte der Riemenschneider zu höhnen, wenn ein ehrloser Eleve, ein Möchtegernjournalist und Nestbeschmutzer die Redaktionsstube mit Intrigen und Insubordinationen verpestete. So weit zu Herrn Scheel.

Wenden wir uns etwas Erfreulicherem zu: meiner Wenigkeit. Was ist eigentlich, so werde ich oft gefragt, die Aufgabe eines selbst ernannten Ombudsmannes?

Nun, repliziere ich in der Regel mit souveränem Lächeln, zuvörderst versucht er, nach hanseatischer Art, mit drallen Deerns und kommoden Kumpanen ein wohl gefülltes Spesenkonto, das ihm eine erstaunlich "liberale" Wochenzeitung offeriert hat, abzuräumen. Ungläubiges Erstaunen - das ich dann mit dem knappen Hinweis "War nur ein Scherz" in befreiendes Gelächter verwandle.

Aber im Ernst: Die vornehmste Aufgabe eines ombudsman (schwedisch für Treuhänder) besteht darin, seinen "Kunden" zu ihrem Recht zu verhelfen

in meinem Fall also Sorge dafür zu tragen, dass die Leserinnen und Leser durch arrogante und/oder inkompetente Journalisten nicht mehr als absolut nötig kujoniert werden. Unter völliger Hintanstellung persönlicher Vorteile und Verdienste ist es meine heilige Pflicht, mit Einsatz meiner ganzen Persönlichkeit, Anlaufstelle, gelegentlich auch Beichtstuhl oder Papierkorb für die Sorgen und Ängste des "normalen" Abonnenten zu sein, auf dass die Herren in der Chefetage und Fürsten dieser Welt nicht gar zu üppig und angstfrei im Champagner baden, im Kaviar sich wälzen können!

Dass man sich mit solch selbstlosem Einsatz für die Belange der Leser nicht nur Freunde schafft, liegt auf der Hand. Ein Ombudsmann muss unbequem sein