Als es in Deutschland wieder Mode wurde, Ausländern den Kopf einzuschlagen, riefen besonnene Mahner: "Aber was soll denn das Ausland von uns denken!" Das können sich die Amerikaner jetzt auch fragen. Stellen Sie sich vor, in Simbabwe liest einer Zeitung, und da steht etwas von einer Präsidentenwahl in irgendeinem fernen Land, wo der selbst ernannte Gewinner der Sohn eines ehemaligen Präsidenten ist, der seinerseits vorher Chef des allmächtigen Geheimdienstes in seinem Land gewesen ist.

Stellen Sie sich vor, dass der selbst ernannte Gewinner die Wahl nach den abgegebenen Stimmen klar verloren hat und seinen Sieg nur einer altertümlichen Einrichtung aus der Sklavenhalterzeit zu verdanken hat, nämlich dem Wahlmännerkolleg, im September 1787 auf Vorschlag (wahrscheinlich Franklins) eingerichtet, damit aus den damals fast verkehrslos voneinander getrennten Bundesstaaten überhaupt ein nationaler Kandidat gewählt werden konnte.

Die Vetternwirtschaft des selbst ernannten Gewinners

Stellen Sie sich vor, unser Leser in Harare muss weiterhin zur Kenntnis nehmen, dass der "Sieg" des selbst ernannten Gewinners von umstrittenen Stimmen abhängt, die in einer Provinz abgegeben wurden, die ausgerechnet von seinem Bruder regiert wird. Stellen Sie sich vor, dass in einem Stimmbezirk, der überwiegend für den Gegner des selbst ernannten Gewinners stimmt, schlecht und verwirrend entworfene Stimmzettel verwendet wurden, die Tausende von Wählern zur versehentlichen Wahl eines von ihnen nicht gewünschten Kandidaten verleitet haben.

Stellen Sie sich weiter vor, dass Angehörige der am meisten verachteten Kaste der Nation, getrieben von der Angst um Lohn und Brot, in Rekord brechenden Massen in die Wahllokale geströmt sind, um dort fast einhellig gegen die Kandidatur des selbst ernannten Gewinners zu stimmen. Nun stellen Sie sich vor, dass auf dem Weg zur Wahl Hunderte von ihnen von der unter der Oberhoheit des Bruders des selbst ernannten Gewinners stehenden Provinzpolizei abgefangen wurden. Stellen Sie sich vor, dass sechs Millionen Menschen in dieser Provinz gewählt haben und dass die "Mehrheit" des selbst ernannten Gewinners aus 154 Stimmen besteht, viel weniger als die Fehlerrate der Zählmaschinen nach Herstellerangabe.

Stellen Sie sich vor, unser Leser in Harare erfährt außerdem, dass der selbst ernannte Gewinner und seine Partei sich mit allen Kräften einer sorgfältigen Überprüfung und Nachzählung der Stimmzettel von Hand in der umstrittenen Provinz oder wenigstens in ihren am heißesten umkämpften Stimmbezirken widersetzen.

Stellen Sie sich vor, unser Leser erfährt, dass der selbst ernannte Gewinner, derzeit noch Gouverneur einer großen Provinz, in der ganzen Nation das schlechteste Zeugnis bei der Wahrung der Menschenrechte ausgestellt bekommen hat und den Rekord im Vollstrecken von Todesurteilen hält. Nun stellen Sie sich noch vor, dass er seinen Wählern versprochen hat, Gleichgesinnte, die es mit den Menschenrechten ebenso halten, zu lebenslänglichen Richtern im höchsten Gericht der Nation zu berufen.