Glückwunsch: Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen wird in dieser Woche 50 und hat allen Grund, stolz zu sein. Doch so richtig zum Feiern ist dem UNHCR nicht zumute. Nach 50 Jahren ist es an einem Punkt angekommen, wo es nicht so weitermachen kann wie bisher. Einige Beispiele: 1950 sollte das Amt Zuflucht für 400 000 Menschen finden, die nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch heimatlos waren

jetzt betreut es weltweit rund 26 Millionen Menschen. Ursprünglich unterstützte es nur Menschen, die über die Grenzen flohen, heute muss es auch Millionen so genannter Binnenflüchtlinge beistehen - Menschen, die in ihrer Heimat Schutz vor Bürgerkrieg, Hunger oder Umweltkatastrophen suchen. Die Arbeit wird für das UNHCR von Tag zu Tag gefährlicher. In den vergangenen Monaten zerhackten und verbrannten Terrorbanden drei Mitarbeiter in Westtimor, ein anderer wurde in Guinea erschossen. Schließlich: Die Kassen des Hilfswerks sind leer, es fällt immer schwerer, Geld für Einsätze einzutreiben, bei denen (anders als in Ruanda, Bosnien oder im Kosovo) keine Fernsehkameras dabei sind.

Ohne Zweifel, dem UNHCR ist zu viel aufgeladen worden, und es hat sich auch selbst übernommen. Will es unter der Last nicht zusammenbrechen, sollte es sich befreien, das heißt: auf das Wesentliche konzentrieren. Als einziger Schutzpatron der Genfer Flüchtlingskonvention muss es sich weiter zwischen Moskau, Berlin, Harare und Washington für ein humanes Asyl- und Flüchtlingsrecht engagieren. Außerdem sind seine Experten weit und breit die einzigen, die den Überblick behalten über die vielen Kriege und Krisen dieser Welt - was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass sie bei jeder Aktion mit anpacken müssen. Koordination und Delegation heißen die Zauberwörter der Zukunft.

Selbst einspringen muss das UNHCR vor allem dort, wo sonst niemand hinschaut, wo keine Spendengelder fließen und deshalb kaum private Hilfsorganisationen tätig werden - im Augenblick zum Beispiel in Westafrika. Dafür braucht das UNHCR allerdings endlich ein verlässliches Budget und zuverlässige Beitragszahler. Deutschland überwies 1999 nur halb so viel wie in den Jahren zuvor: bloß 15 Millionen Dollar. Es ist höchste Zeit, die Summe wieder aufzustocken. Das wäre ein schönes Geburtstagsgeschenk. mak