die zeit: Herr Schulte-Noelle, spielen Sie Schach?

Henning Schulte-Noelle: Früher schon, aber seit langer Zeit nicht mehr.

zeit: Es würde jedenfalls gut zu Ihnen passen: Wie auf einem Schachbrett haben Sie die Beteiligungen der Allianz vor sich - zum Beispiel die Anteile an Beiersdorf und Schering, an der Dresdner und der HypoVereinsbank, an Bayer, BASF und Karstadt-Quelle. Und in den kommenden Monaten entscheiden Sie, mit wem Sie weiterspielen und wen Sie opfern.

Schulte-Noelle: So habe ich meine Arbeit noch nicht gesehen. Aber sicher gibt es Parallelen zwischen dem Schachspiel und dem, was ich zu tun habe. Man muss versuchen, immer mehrere Züge vorauszudenken, und darf sich nicht vom Augenblick beeinflussen lassen. Damit hören die Parallelen aber schon auf.

zeit: Die Allianz verwaltet weltweit ein Vermögen von mehr als 1,5 Billionen Mark. Je nachdem, wie Sie dieses Geld anlegen, können Sie vieles beeinflussen. Sie haben Macht.

Schulte-Noelle: Die mir auch immer vorgehalten wird. In meiner ganzen Amtszeit habe ich mich mit diesem Thema auseinander setzen müssen.

zeit: Zu Unrecht?