Kaum wieder daheim, flattert die Rechnung ins Haus: 358 Mark fordert die Telefongesellschaft - für zwölf internationale Verbindungen, fünf eingegangene Anrufe und drei Mailbox-Abfragen. Mobil telefonieren im Ausland kann teuer zu stehen kommen. Wer beispielsweise am Hotelpool in der Türkei zum D2-Handy greift, der wird mit 3,26 Mark pro Minute zur Kasse gebeten. Ein Gespräch mit D1 von den USA nach Hause kostet über den Netzbetreiber Bell South Mobility 6,26 Mark pro Minute. Noch teurer sind Gespräche aus Südamerika, Afrika oder Asien.

Grenzenlos telefonieren können Handy-Besitzer mittlerweile in über 100 Ländern der Erde. Möglich machen dies so genannte Roaming-Verträge, die deutsche Anbieter mit ihren Partnern im Ausland abgeschlossen haben. Wer im Ausland telefonieren möchte, der sollte allerdings zunächst klären, ob seine Chipkarte für internationales Roaming (Telefonieren im fremden Netz) überhaupt freigeschaltet ist. In der Regel steht dies im Vertrag. Im Zweifelsfall hilft ein Anruf beim Netzbetreiber. Ist die Karte nicht freigegeben, kann man sie über die Hotline für das Ausland aktivieren lassen.

Dies dauert bis zu zehn Tage.

Was viele Handy-Besitzer nach wie vor nicht wissen: Auch wer im Ausland angerufen wird, muss zahlen. Der Anrufer übernimmt nur die Gesprächsgebühren innerhalb Deutschlands. Da er nicht wissen kann, dass sich der Angerufene im Ausland aufhält, heißt es bei den Betreibern. Die Gebühren von Deutschland in die Ferne zahlt also der Angerufene. D2 beispielsweise verlangt für Verbindungen zu europäischen Ländern 1,14 Mark pro Minute. Wer in den USA oder Kanada auf seinem Mobiltelefon angerufen wird, der ist mit 1,38 Mark dabei. In der übrigen Welt beträgt der Minutenpreis 2,94 Mark.

In der Regel buchen sich Handys in das stärkste Netz ein. Doch das stärkste muss nicht immer das billigste Netz sein. Schon zu Hause sollte sich der Reisende den günstigsten Anbieter heraussuchen und das Netz dann gegebenenfalls manuell im Handy ändern. Informationen zu den Tarifen ihrer ausländischen Partner bieten die deutschen Netzbetreiber auf ihren Internet-Seiten an. Ein Anruf mit dem D1-Handy von Österreich nach Deutschland beispielsweise kostet bei den Gesellschaften Tele.Ring und Max.Mobil 1,63 Mark pro Minute, bei der Firma One dagegen nur 1,40 Mark. Um zum billigsten Anbieter zu wechseln, klickt man im Handy den Punkt Netz wählen an und dann auf das entsprechende Netz.

Wer ins Ausland reist, der sollte unbedingt die Mailbox ausschalten oder eingehende Telefonate per Rufumleitung auf den Anrufbeantworter daheim leiten. Der Anruf wird nämlich zuerst zum Handy ins Ausland geleitet und dann wieder zurück zur Mailbox nach Deutschland. Ohne auch nur eine Sekunde gesprochen zu haben, fallen für den Angerufenen zweimal Gebühren an. Das Abhören der Mailbox ist meist ebenfalls mit Kosten verbunden.

Um im Urlaub keine bösen Überraschungen zu erleben, können sich Mobiltelefonierer eine Guthaben-Karte besorgen. Sie ermöglicht die volle Kontrolle über die Gebühren. Denn ist das Guthaben aufgebraucht, sind keine Telefonate mehr möglich. Allerdings: Nicht alle Karten funktionieren im Ausland. Bei D1 und D2 ist das kein Problem - vorausgesetzt man hat eine Einzugsermächtigung unterschrieben und spätestens 14 Tage vor Abreise die Freischaltung beantragt. Die Guthaben-Karten von E-Plus (Free & Easy) und Viag-Interkom (Loop) dagegen laufen in anderen Ländern nicht. Die Auslandsfreischaltung der Karten in beiden Netzen ist in den kommenden Monaten geplant.