W-Commerce nennt sich die Hoffnung vieler Internet-Firmen, mit dem Weihnachtsgeschäft doch noch das große Geld zu verdienen. Die Hoffnung beruht auf der Annahme, dass immer weniger Menschen Lust haben, sich in den Einkaufsrummel zu stürzen, und immer mehr Menschen sich gemütlich surfend auf die bequemen Bestellmöglichkeiten des Internet verlassen. Außerdem konzentriert sich der Ansturm der Kunden im Netz nicht auf den vorweihnachtlichen Samstag, wie eine frisch veröffentlichte Studie der Marktforscher von Nielsen und NetRating zeigt: 46 Prozent aller Weihnachtsbestellungen im Internet werden während der Arbeitszeit im Büro aufgegeben. Die Zahlen sollen für die USA wie für Europa gelten.

Fehler in einer Software werden gemeinhin Bugs genannt. Besonders bösartige Bugs sind Programmierfehler, die die Datensicherheit einer Software stören.

Werden solche Fehler gefunden, so verbreiten Sicherheitsexperten die Information darüber mitsamt den Reparaturanleitungen über einschlägig bekannte Websites rund um den Globus. Am Rande der Konferenz Safe Net 2000, die Microsoft in Seattle veranstaltete, wurde in der vergangenen Woche bekannt, dass diese erprobte Frühwarntechnik Grenzen hat. Über seine Rechtsanwälte machte Microsoft darauf aufmerksam, dass jede Verbreitung von Fehlerwarnungen aus dem Haus Microsoft unter das Copyright falle und nicht von Sicherheits-Websites weiterverbreitet werden dürfe. Microsoft ist der größte Bug-Produzent der Welt.

Während die PC-Verkäufe ins Stocken geraten sind, erfreuen sich Organizer aller Art ungebrochener Beliebtheit. Die Palms, Visors, Pocket-PCs und Psions gehören zu den großen Rennern im Weihnachtsgeschäft. Bringen die stolzen Besitzer ihre neuen Spielzeuge dann mit zur Arbeit, so kann das große Chaos ausbrechen: Wie synchronisiert man die Daten all dieser Geräte, die nicht auf der einheitlichen Microsoft-Architektur aufsetzen? SyncML (Synchronization-Markup-Language) heißt das Zauberwort, das für ein neues Synchronisationsprotokoll steht. Über 550 Firmen wollen es unterstützen - Microsoft ist nicht dabei.

In Deutschland steht die Novellierung des Gesetzes zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit an. Zusammen mit dem Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften soll die veraltete Verordnung der modernen Technik angepasst werden. Ein Entwurf aus dem Familienministerium sieht dabei vor, dass die gefährdenden Inhalte im Internet nur noch nachts zugänglich sein sollen. Spätestens um 6 Uhr morgens hat das Netz wieder sauber zu sein.

Nicht nur Bildschirmgeräte, auch Mobiltelefone sollen in die Verordnung einbezogen werden. Bei ihnen stehen die eingebauten Spiele und die Wap-Inhalte auf dem Prüfstand. Unabhängig von diesen Einschränkungen gibt es angeblich Überlegungen, alle Inhaltsanbieter auf die Kompatibilität mit Filterschutzprogrammen zu verpflichten. Solche Programme sperren Web-Seiten, deren Inhalt zum Beispiel nach Jugendschutzkriterien klassifiziert ist.

Detlef Borchers (online@zeit.de)