Chatten (englisch: to chat) heißt "plaudern" und bezeichnet die schriftliche Online-Diskussion in Echtzeit. Chats gibt es in speziellen Communities, aber auch bei den Web-Angeboten von Zeitschriften und TV-Sendern, oft als Zusatzangebot zu den Diskussionsforen, in denen die Nutzer "dauerhafte" Meinungsäußerungen verbreiten können.

Seit für den Small Talk per Tastatur keine Spezialsoftware mehr nötig ist, sondern man sich mit dem normalen Internet-Browser in die Gesprächsräume einloggen kann, ist aus der einstigen Spezialität von Internet-Freaks ein Massensport geworden. Im November 2000 gaben bei der W3B-Umfrage der Hamburger Agentur Fittkau & Maaß 34,7 Prozent der befragten Surfer an, häufig oder gelegentlich Chatrooms zu besuchen. Rechnete man das auf die Gesamtheit der deutschen Online-User hoch, so käme man auf über 5 Millionen Chatter. Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Chats sind vor allem bei Frauen beliebt, während Männer lieber die "ernsthafteren" Diskussionsforen nutzen.

"Emoticons" machen klar, wie das Geschriebene gemeint ist - oder wie der Betreffende gerade gelaunt ist. In vielen Chats werden die Kombinationen :-),

-) oder :-( schon automatisch in gelbe Smiley-Gesichter umgewandelt.

Außersprachliche Äußerungen setzt man zumeist in Sternchen: * lach * , * schluchz * , * taschentuch anreich * . Zur Chatiquette gehört es auch, beim Betreten des Raumes freundlich in die Runde zu grüßen. Die "Buddies" danken es einem nicht selten mit einem enthusiastischen * freu * .

Noch stammen die meisten Kürzel aus dem Amerikanischen: Zum Abschied sagt man "cu" (see you), die passende Antwort ist "cu2". Die Reaktionen auf einen Scherz reichen von * g * (grinning - grinsen) über * lol * (laughing out loud - laut lachen) bis hin zu * rofl * (rolling on the floor laughing - sich kugeln vor Lachen). Und wer einem Ruf aus der Realität hinter dem Computer folgt, der ist mal kurz * afk * (away from keyboard).

* Unter www.zeit.de/2000/51/chat finden Sie eine Aufstellung der wichtigsten deutschen Chats