Karpfen oder Gänsebraten ?

von Pater Severin

Im österreichischen und bayerischen Raum hat der Karpfen Tradition. Wir im Kloster Kremsmünster essen ihn jedes Jahr am 24. Dezember zu Mittag.

Dieser Tag war früher ja ein Fasttag, der so genannte Weihnachtsfasttag, deswegen wird auch heute noch immer Fisch gegessen. Am Heiligen Abend selber essen wir Bratwürstel und trinken Bockbier. Die Bratwürstel waren früher das typische Essen für den ersten Adventssonntag und sind offenbar mit der Zeit auf den Heiligen Abend gewandert. Das Bockbier diente wohl zur Stärkung nach der Fastenzeit. Gänsebraten oder Ente sind in unserer Region als Weihnachtsessen nicht üblich. Diese Tradition kommt aus dem angelsächsischen Raum, ist heute noch in England, den USA und auch im Norden Deutschlands verbreitet. Weil aber vieles aus den USA bei uns Anklang findet, kommt auch hier immer öfter die Weihnachtsgans auf den Tisch. Aber selbst der Karpfen wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts demokratisiert. Vorher war er eine Speise des Adels und der Reichen. Er wurde zuerst aus Böhmen importiert und später nach den Hussitenkriegen auch hierzulande gezüchtet.

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PATER SEVERIN, 43, Stift Kremsmünster, Österreich

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  • Schlagworte Adel | Essen | Fastenzeit | Fisch | Region | England
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