Stimmt’s? Je tiefer, desto ruhiger
Stille Wasser sind tief. Stimmt’s? Sind tiefe Seen stiller als flache? Michael J. Palmowski, Manchester (USA)
Nein. Die Wassertiefe kann zwar mit dem Verhalten der Wellen zu tun haben - das sieht man, wenn Wellen sich am Strand brechen. Das ist aber nur der Fall, wenn die Welle etwa so hoch ist wie das Wasser tief. Auf einem 20 Meter tiefen See kräuselt sich dagegen die Oberfläche genauso wie auf einem 100 Meter tiefen, und das Sprichwort hat wohl kaum einen realen Hintergrund.
Es gibt aber einen Fall, wo es tatsächlich stimmen kann, nämlich
bei fließenden Gewässern - eine Idee, auf die mich Dirk Ditschke
gebracht hat, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Strömungsmechanik der Universität Hannover. Wenn ein Fluss an einer
Stelle plötzlich tiefer wird, dann vergrößert sich der Querschnitt,
den das Wasser durchfließt. Und damit verringert sich die
Fließgeschwindigkeit. Langsameres Wasser hat aber auch eine
ruhigere Oberfläche. An der stilleren Stelle ist der Fluss also
tatsächlich tiefer.
Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
Audio:
www.zeit.de/audio
- Datum 11.01.2001 - 13:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 3/2001
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