Sophia Loren könnte ich bitten, in meinem Traum eine bedeutsame Rolle zu spielen. Ich denke, sie hätte Lust dazu, denn wer, bitte schön, sollte einer Münchnerin - sozusagen einer Norditalienerin - den Wunsch abschlagen, in einem Traum in sieben Tagen die italienische Sprache zu lernen und dabei noch einige Abenteuer in Rom zu bestehen?

Am ersten Tag wird mir die Handtasche geklaut. Das kann vorkommen. Ich gehe in das Büro von Carlo Ponti, denn ich vermute, er hat ein paar Tausender, die mir über die ersten ohnmächtigen Stunden hinweghelfen: Bella Uschi! Ponti schließt mich in die Arme und lacht sich über mein Missgeschick halb tot: Warum setzt du hübsches Ding dich denn allein auf die Piazza Navona, bestellst einen Kaffee auf Deutsch und stellst die Handtasche neben den Stuhl? Recht hat er.

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Ich sage: Pass auf, Carlo, ich bin hier, um Italienisch zu lernen. -

Warum? - Es ist eine sehr lebendige Sprache. In jedem Sinne, ob sie nun wütend oder erotisch klingen soll, lachend oder weinend. Ihr Italiener packt in eure Sprache euer Leben und euer Herz, eure Wolllust, eure Gefühle und euer Temperament. Ponti sieht mir tief in die Augen und sagt: Bella Uschi, meine Sprache lernst du nur auf der Straße. Geh und sieh.

Ich nicke und will gehen, als eine Frau mit einer enormen Sonnenbrille das Büro stürmt. Uuuuuuschiiiiiiiii, ruft sie sirenenhaft, bella donna mia.

Es ist die Loren. Sie sieht aus wie das blühende Leben, und ihr Mund ist so rot wie eine Kirsche im August. Sophia, sage ich knapp, du kommst jetzt mit. Du bringst mir Italienisch bei. Wir haben nur eine Woche Zeit. Sophia guckt wie ein verschreckter Vogel, sieht erst zu mir, dann zu Ponti. Der nickt kurz, lächelt zweideutig, breitet die Arme theatralisch aus und sagt: Arrividerci, ihr beiden Täubchen! Die Loren ist entzückt, denn ich mache ihr einen Grande Cappuccino in meiner eben gemieteten kleinen Wohnung in der Via Victoria. Ich wohne ganz oben, mit einem schönen, aber etwas vergammelten Dachgarten, auf dem der Terracottaboden schon etwas abgekracht ist.

Ui, ist mir warm, sagt sie und zieht sich ihr dünnes Schlabberkleid über die Knie. Ich trage ein sandfarbenes Kleid, das mit meinen braunen Beinen schön korrespondiert. Sie trinkt ihren Cappuccino nicht, sie stürzt ihn. Dann springt sie auf und sagt: Sieben Tage sind eine verdammt kurze Zeit. Lass uns sofort anfangen. Sie macht Vorschläge. Was, auch zum Papst? Na gut, ich nicke zustimmend. Wir trinken Wein. Sie türmt Grammatik vor mir auf. Mein Kopf raucht. Hinterher schlafe ich gut.

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