7 Tage mit Sebastian Reidl

Am DONNERSTAG klingelt mein Wecker, wie an jedem Tag in der Kaserne, um halb fünf. Wir Gruppenführer müssen immer so früh aufstehen, damit wir schon fertig sind, wenn unsere Rekruten geweckt werden. Die sind das frühe Aufstehen noch nicht gewöhnt, manchmal müssen wir da ein bisschen nachhelfen.

Was neu ist: Auf demselben Flur wie die Zimmer der Männer liegen jetzt auch die der Frauen. Aber am anderen Ende. Bei weiblichen Rekruten klopfe ich an, bevor ich das Zimmer betrete, bei männlichen nicht. Was ich da zu sehen bekomme, wenn einer nackt rumspringt, kenne ich ja.

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Heute ist Waffenausbildung am G 3, dem Bundeswehrgewehr, dran. Natürlich wird noch nicht mit scharfer Munition geschossen, das läuft alles über Computer.

Wie meine Rekrutinnen mit der Waffe umgehen werden, weiß ich noch nicht. Im theoretischen Unterricht haben sie sich jedenfalls mehr dafür interessiert als die Männer.

Am FREITAG ist ab zehn Uhr Großreinemachen für das Wochenende. Ich muss anschließend die Zimmer kontrollieren. Vor allem die Ecken! Die vergessen alle Rekruten gerne.

Einen Unterschied zwischen Männern und Frauen habe ich da bis jetzt nicht feststellen können. Die weiblichen Soldaten putzen am Anfang genauso schlampig wie die männlichen.

Richtig sauber sind die Stuben sowieso nie, das geht gar nicht. Aber wenn man sieht, dass sich einer Mühe gebeben hat, bin ich nicht so streng. Mittags fahren wir alle ins Wochenende.

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