Die gerettete Ehre der Petra B.

Wie die Tschechen gegen das Prager Machtkartell rebellieren - und damit ihre EU-Reife beweisen

Prag

Wer ist Petra B.? Was sollte man von ihr halten? Dass sie für den Staatssicherheitsdienst gearbeitet hat. Dass sie ihr Kind misshandelt. Dass sie mit der Sittenpolizei herumstreitet.

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Woher stammen diese Behauptungen?

Aus einem Strategiepapier der Regierungskanzlei, vom feinsten und engsten Kreis um den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Milos Zeman. Und was sollten sie bezwecken? Sie sollten verbreitet werden, um den Ruf von Petra B.

zu ruinieren. Hat man das Ziel erreicht? Nein, die Anleitung zur Diffamierungskampagne geriet zwei Journalisten in die Hände. Und was macht jetzt Petra B.?

Petra B. - das B. steht für Buzková, aber auch für Bürgermut - sitzt in der Prager Snemovnø Nr. 4. Das heißt und hieß schon zu habsburgisch-böhmischen Zeiten "Straße der Abgeordneten". Frau Buzkovás Raum ist rund und repräsentativ und von einem riesigen Lüster bestrahlt. Ein Oval Office der k.

u. k. Zeit. Die 35-jährige Juristin und Sozialdemokratin ist die stellvertretende Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, die Bundestagsvizepräsidentin der Tschechen. Dem Parteifreund und Premier Zeman gilt sie allerdings als rotes Tuch. Denn Petra Buzková gehört zu den Unberührbaren. Sie hat sich vom Prager Machtkartell nicht vereinnahmen lassen.

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