Essen und Trinken
Nicht nur der Wahnsinn lauert im Rinderbraten. Die industrielle Landwirtschaft, die immer mehr und immer billigeres Fleisch über immer größere Distanzen herankarrt, birgt noch andere Gesundheitsrisiken, etwa Killermutanten ansonsten harmloser Bakterien. Aber auch das übrige Angebot der Supermärkte, tot konserviertes High-Tech-Food, mit künstlichen Zusätzen aufgepeppt, ähnelt zunehmend einem Gruselkabinett. Meint Hans-Ulrich Grimm, der den gesamten Horror Aus Teufels Topf zusammengetragen hat: Die neuen Risiken beim Essen (Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1999
302 S., 39,80 DM).
Grimm empfiehlt als Mittel gegen die Misere mehr sinnliche Freude beim Einkaufen und mehr Genuss beim Essen. Die Italiener mit ihrer "Mittelmeerdiät" dienen ihm als Mut machendes Exempel. Für ein retour à la nature plädiert Nicolai Worm in seinem witzig illustrierten Buch Syndrom X (Mit Steinzeitdiät aus der Ernährungsfalle. Hallwag Verlag, Bern 2000
216 S., 39,80 DM). Zurück zur Natur, fordern auch José Lutzenberger und Franz-Theo Gottwald in dem Sammelband Ernährung in der Wissensgesellschaft (Vision: Informiert Essen. Reihe Expo 2000, Band 7
Campus Verlag, Frankfurt/New York 1999
258 S., 36,- DM). Leider bleibt ihre Vorstellung davon, wie wir zu "wissenden" Essern werden sollen, sehr vage
eine Mischung aus ökologischem Landbau und Nanotechnologie, irgendwie. Wer sich informieren will, greift zu dem kleinen Kompendium von Catharina Lohmann: Machen Bananen glücklich? (Der etwas andere Ernährungsberater. C. H. Beck, München 1999
- Datum 11.01.2001 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03/2001
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