Geldanlagen

Analysten und Börsengurus sind in jüngster Zeit in Verruf geraten. Unbeirrt davon tritt nun ein neuer Ratgeber am Kapitalmarkt auf: Umweltminister Jürgen Trittin. In einer Broschüre, die er in der kommenden Woche der Öffentlichkeit präsentieren will, wirbt der Grüne für ökologische Geldanlagen.

Dahinter verbergen sich Aktien besonders umweltfreundlicher Unternehmen oder auch Sparbücher, bei denen die Ersparnisse in Ökoprojekte fließen. Das Ziel ökologischer Geldanlagen, heißt es in Trittins Handreichung, sei nicht nur, eine bestimmte Rendite zu erwirtschaften, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. "Dieses Ziel unterstütze ich besonders gern", so der Umweltminister an die Adresse der Privatanleger.

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Politisch heikel wird der Vorstoß Trittins durch den Umstand, dass in seinem Auftrag beim Berliner Forschungsinstitut ecologic eine Studie in Arbeit ist, deren Ergebnisse noch Einfluss auf die Ausgestaltung der Rentenreform haben könnten.

Erste Ergebnisse der Untersuchung sind bereits durchgesickert: Laut einer Emnid-Umfrage haben sich 78 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen, bei der Geldanlage der zukünftigen privaten Altersvorsorge Umweltaspakte zu berücksichtigen. Würde Rot-Grün sich den Wunsch zu Eigen machen, folgte die Regierung dem britischen Vorbild. Dort sind die Altersvorsorgeanbieter verpflichtet, über ihre Anlagepolitik unter Nachhaltigkeitsaspekten zu berichten. Unter anderen machen sich der Gerling-Konzern und die Schweizer Bank Sarasin dafür stark, dass die deutsche Politik dem britischen Beispiel folgt. vo

 
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