Männerwelten
Was für ein öder Job! Warten, nichts als warten, in Autos und Tiefgaragen, U-Bahnhöfen und Drugstores. Und worauf genau sie warten, ist den Beteiligten oft selbst nicht klar. Denn wenn sie auch hin und wieder zuschlagen - das Ziel erreichen sie nie. Und so dauert es nicht lange, bis sie wieder an einer Ecke stehen. Eine Stunde oder drei, halbe Tage, ganze Nächte.
Selten hat ein Film den Berufsalltag gewisser Personen so illusionslos gezeichnet wie unser Action-Thriller. Da bleibt nichts von den üblichen Helden
stattdessen sieht man schießwütige Großstadtdesperados, die sich wie zufällig auf der Seite der vermeintlich Guten bewegen. 'ne sympathische Gesellschaft, wie einmal einer sagt, ist dies jedenfalls nicht
eher ein verstreuter Haufen halb Verrückter in einer Welt fast ohne Frauen.
Dafür gibt's genügend falsche Weihnachtsmänner, gekaufte Strohmänner, kaltblütige Dunkelmänner. Und einen in der Maske des Gentleman, einen, der spazieren geht, der Gefährlichste von allen. Ihn hatte das Drehbuch am Ende überleben lassen. So bot sich bald die Chance für eine Fortsetzung. Auf eine ähnlich irrwitzige, berühmt gewordene Szene wie im ersten Film wurde dabei zwar verzichtet
auch trug Teil zwei eine andere Handschrift, spielte vor anderer Kulisse - die im ersten Film allerdings nur marginal auftaucht - und setzte damit auf eine zwar immer noch düstere, aber verfremdete Atmosphäre.
Die Kontrahenten aber waren die Alten geblieben: der von seiner Verbissenheit getriebene Jäger einerseits - der kaum fassbare Drahtzieher mit dem Charme des Großbourgeois andererseits.
- Datum 11.01.2001 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 03/2001
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