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Von den geplanten Entlassungen in ihrer Abteilung erfuhren die Mitarbeiter der Online-Redaktion der New York Times zuerst aus ihrer eigenen Zeitung: Die Times plane, 69 Arbeitsplätze zu streichen, hieß es dort - um beim verlustträchtigen Internet-Ableger (46,2 Millionen Dollar Miese zwischen Januar und September 2000) in Zukunft sechs Millionen Dollar pro Jahr zu sparen. Während die Dotcom-Krise in den USA also schon alteingesessene Medienhäuser erreicht hat, bauen die deutschen Verlage ihre Internet-Auftritte weiter aus. In dieser Woche ging das faz.net der Frankfurter Allgemeinen Zeitung online. Doch der Verlag sollte noch ein paar Mark in die Technik investieren: Der überlastete Server war kaum zu erreichen. Findige konnten sich unterdessen auf faz.org die Wartezeit bis zur nächsten Fehlermeldung des Browsers vertreiben: einer schönen, wenn auch verlagsfremden Seite, die sich der Verehrung von Models wie Cindy Crawford, Claudia Schiffer und Elle MacPherson sowie schnellen, schicken Sportwagen verschrieben hat.

Es war einer der peinlichsten Vorfälle in der Geschichte des Senders: Der zu heiratende Millionär war gar keiner und erwies sich auch sonst als wenig empfehlenswerter Zeitgenosse. Vernichtende Presseberichte, dazu Spott und Hohn der gesamten Branche begleiteten die Verantwortlichen wochenlang. Ihre entnervte Reaktion: die Erklärung, fortan auf jede weitere Form von Reality TV im Unterhaltungsprogramm verzichten zu wollen. Das war vor zwei Jahren in den USA, und der Sender war Rupert Murdochs Fox. Nun präsentierte Fox-Unterhaltungschef Sandy Grushow etwas ganz Neues, Temptation Island: Vier junge Paare werden getrennt in Ferienclubs verschickt und dabei gefilmt, ob und wie sie dort den mannigfaltigen Versuchungen des anderen Geschlechts widerstehen. Auf der Pressekonferenz nach einst beschworenen ethischen Standards und der Gültigkeit seiner früheren Aussagen gefragt, antwortete Grushow lakonisch: "Wir arbeiten in einer dynamischen Branche. Die Dinge ändern sich." Gut, dass RTL der Versuchung, Besserung zu geloben, gar nicht erst nachgegeben hat und, im Unterschied zu den Temptation-Kandidaten, sich selbst treu bleibt.

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Und wo bleibt das Positive? Hier: Montags um Mitternacht wird sich die ARD-Unterhaltung untreu. Da kommt nämlich eine gute Sendung: Polylux mit Tita von Hardenberg.

Torben Müller, Nils Minkmar (offline@zeit.de)

 
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