Polnisch erwünscht

die zeit: Sie studieren gerade für zwei Semester Jura in Lodz. Was spricht für einen Aufenthalt in Polen?

Bianca Dormuth: Ich erlebe eine spannende gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbruchphase mit. Man erfährt viel über einen wichtigen Teil des slawischen Kulturraums und lernt die Sprache von 38 Millionen künftigen EU-Bürgern. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der EU-Erweiterung eröffnen sich einem damit vor allem auch berufliche Perspektiven: In Stellenanzeigen entdeckt man immer häufiger den Zusatz "Polnischkenntnisse erwünscht".

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zeit: Was unterscheidet polnische Universitäten von deutschen Hochschulen?

Dormuth: Das Studium ist hier stark verschult. Die Studenten schreiben Wort für Wort mit und lernen dann alles auswendig. Diskutiert und gefragt wird nicht. Eine polnische Kommilitonin erzählte, sie habe Angst, durch die Prüfung zu fallen, wenn sie in der Vorlesung etwas sage. Die Professoren sehen sich noch in jeder Hinsicht als Autoritäten. Wobei die Dinge sich langsam wandeln.

zeit: Wie reagierte Ihre Umgebung auf die Idee, in Polen zu studieren?

Dormuth: Oft mit einem Polenwitz und der Frage, ob ich den Schlager Theo, wir fahren nach Lodsch kenne. Aber auch viele polnische Studenten sind erstaunt, dass ich hier studiere. Eine Freundin fragte mich, warum ich nicht in ein Land ginge, das "besser" sei als meines.

zeit: Wie viele deutsche Kommilitonen haben Sie?

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