Kulissenzauber

Ach, das Fernsehen. Scheinwelt und Illusionsmaschine, Deppenstadl und Albtraumfabrik. Und der Container als vorerst letzte Fußnote. Hat eigentlich jemand vorausgesagt, was in diesem Jahr kommt? Vielleicht so was Ähnliches wie in dem fast vergessenen Film, in dem Romy Schneider und Harvey Keitel zusammentrafen. Keitel spielt darin einen Reporter, der eine transplantierte Minikamera im Auge trägt. Sein Auftrag: Er soll die Freundschaft einer sterbenskranken, zurückgezogen lebenden Frau (Schneider) erschleichen und dann ohne ihr Wissen ihren Todeskampf filmen - schmerzende Bilder, die zur Primetime gesendet werden.

Natürlich geht am Ende alles anders aus. Kann man sich denken bei dieser Besetzung und bei diesem Regisseur, der da noch ziemlich am Anfang stand.

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Heute zählt er zu den unbequemsten Beobachtern politischer und sozialer Verhältnisse in seinem Land

einer gegen die Bilderflut, der mit seiner kreativen Vielseitigkeit immer wieder überrascht.

Aber nach diesem Film fragen wir natürlich nicht. Wenn auch nach einem, in dem es gleichfalls ums Fernsehen geht. Ein Weggefährte des Regisseurs? Er verdankt ihm seine wunderbarsten Rollen und den vielleicht schönsten Liebesbrief der Kinogeschichte - hat hier übrigens die Hauptrolle gespielt.

Einen Neurotiker, dem es nur gut geht, solange er sich selbst im Fernsehen sehen und bewundern kann.

Schön, wie das nach und nach seziert wird, die Lügen, der Zynismus im Plauderton und in alldem die Hoffnung auf ein wenig Glück im Unglück. Eine schillernde Charakterstudie, was sich nicht zuletzt der Leistung des Darstellers verdankt, ist dieser Film - und ein irritierender Blick auf übel riechenden Zauber hinter rosaroten Kulissen. Aber das ist sowieso das Thema dieses Regisseurs, der gleichfalls einer der Beständigsten seines Metiers ist, bis auf den heutigen Tag.

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