Kulissenzauber
Ach, das Fernsehen. Scheinwelt und Illusionsmaschine, Deppenstadl und Albtraumfabrik. Und der Container als vorerst letzte Fußnote. Hat eigentlich jemand vorausgesagt, was in diesem Jahr kommt? Vielleicht so was Ähnliches wie in dem fast vergessenen Film, in dem Romy Schneider und Harvey Keitel zusammentrafen. Keitel spielt darin einen Reporter, der eine transplantierte Minikamera im Auge trägt. Sein Auftrag: Er soll die Freundschaft einer sterbenskranken, zurückgezogen lebenden Frau (Schneider) erschleichen und dann ohne ihr Wissen ihren Todeskampf filmen - schmerzende Bilder, die zur Primetime gesendet werden.
Natürlich geht am Ende alles anders aus. Kann man sich denken bei dieser Besetzung und bei diesem Regisseur, der da noch ziemlich am Anfang stand.
Heute zählt er zu den unbequemsten Beobachtern politischer und sozialer Verhältnisse in seinem Land
einer gegen die Bilderflut, der mit seiner kreativen Vielseitigkeit immer wieder überrascht.
Aber nach diesem Film fragen wir natürlich nicht. Wenn auch nach einem, in dem es gleichfalls ums Fernsehen geht. Ein Weggefährte des Regisseurs? Er verdankt ihm seine wunderbarsten Rollen und den vielleicht schönsten Liebesbrief der Kinogeschichte - hat hier übrigens die Hauptrolle gespielt.
Einen Neurotiker, dem es nur gut geht, solange er sich selbst im Fernsehen sehen und bewundern kann.
Schön, wie das nach und nach seziert wird, die Lügen, der Zynismus im Plauderton und in alldem die Hoffnung auf ein wenig Glück im Unglück. Eine schillernde Charakterstudie, was sich nicht zuletzt der Leistung des Darstellers verdankt, ist dieser Film - und ein irritierender Blick auf übel riechenden Zauber hinter rosaroten Kulissen. Aber das ist sowieso das Thema dieses Regisseurs, der gleichfalls einer der Beständigsten seines Metiers ist, bis auf den heutigen Tag.
Wie heißt der Film?
Preise:
Unter den richtigen Einsendungen werden wir dreimal Reclams Filmführer von Dieter Krusche verlosen. Einsendeschluss ist der 30. Januar 2001. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Anschrift: DIE ZEIT-Rätselredaktion, Stichwort Filmrätsel, Postfach 10 68 08, 20045 Hamburg, oder per E-Mail an filmraetsel@zeit.de
Auflösung aus Nr. 4: A Fish Called Wanda (1988)
Den Kultfilm mit John Cleese, Jamie Lee Curtis (als Wanda), Kevin Kline und Michael Palin drehte Altmeister Charles Crichton. Das Buch hatte er gemeinsam mit Monty Python John Cleese verfasst, der hier einen verklemmten, dank Wandas Sex-Appeal aufblühenden und hinreißend komischen Anwalt spielt. Alle vier Schauspieler wirkten 1997 auch in der Komödie Wild Creatures mit, in der es viele Anspielungen auf den ersten Film gibt. Kevin Kline spielt darin eine Doppelrolle. Ein Fisch namens Wanda läuft am 25.1. um 21 Uhr auf N 3
- Datum 25.01.2001 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 05/2001
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