Lauter PhilosophenSeite 3/3

Erschwerend wirkte und wirkt dabei die Uneinigkeit der Experten darüber, was hohe Qualität denn überhaupt sei. Beim Essen setzen wir sie heute mit ungefährlich gleich. Aber Rindfleisch ohne BSE-Prione ist nicht automatisch lecker, und was es mit dem selbst gezogenen Gemüse auf sich hat, weiß jeder Hobbygärtner, dessen Tomaten genauso wenig Geschmack haben wie die aus dem Supermarkt.

Noch verwirrender sind die Qualitätsbegriffe beim Wein. Ob trocken oder süß, war immer schon mehr eine Frage der Mode als eine ideologiefreie Alternative für den Trinker. Dieser Antagonismus ist zurzeit durch den amerikanischen Weinjournalisten Robert M. Parker zu einem Glaubenskrieg ausgeartet. Da werden so genannte Designerweine, Tanninbomben und Trinkmarmeladen diffamiert, wie sie der einflussreiche Amerikaner weltweit fördere, und gleichzeitig Weine in den Himmel gehoben, die genau so manipuliert sind, aber einen anderen Stil vertreten, den die jeweilige Publizistik aus den unterschiedlichsten Gründen vorzieht. Die eine Seite wirft der anderen Verfälschung vor und - wie bei den Köchen - die Missachtung der elementarsten Regeln des Metiers.

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Ob sie wirklich alle einer opportunen Mode hinterherlaufen oder die alten Regeln beherzigen, spielt jedoch nur eine sehr geringe Rolle. Der Absatz von Rind- oder Schweinefleisch ist von irrationalen Kriterien abhängig, dem Stil der gegenwärtigen Küche fehlt ebenfalls eine einleuchtende Begründung.

Und wenn die Konsumenten gern vollmundige, aromatische und hochkonzentrierte Weine mögen, so kann man damit rechnen, dass dieser Trend - wie alle vorausgegangenen - nicht ewig dauert.

Es gibt eine Zeit nach Parker!

 
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