Eine Menge Sprüche sind angeblich vom Reformator überliefert. Doch die meisten wurden ihm erst nachträglich zugeschrieben. So ist es mit den Worten "Hier stehe ich und kann nicht anders!", die er angeblich auf dem Reichstag zu Worms ausgerufen haben soll, als er sich weigerte, seine Thesen zu widerrufen. So ist es mit dem Ausspruch "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen", der erst seit dem vergangenen Jahrhundert kursiert. Und so ist es mit dem deftigen Tischspruch. Damit wollten offenbar "manche Kreise ihren Lebensstil mit Luther-Zitaten belegen", sagt Helmar Junghans, emeritierter Luther-Experte von der Universität Leipzig. Wer nach einem deftigen Luther-Spruch sucht, der tatsächlich belegbar ist, der findet vielleicht an diesem Gefallen: "Wenn ich hier einen Furz lasse, dann riecht man das in Rom."

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