Der Journalist, Autor, Übersetzer und Lexikograf war für die Kultur des Übersetzens in diesem Land eine prägende Gestalt. Seine Liebe zum geschriebenen Wort, an Stilisten wie Kleist und Klopstock geschärft (seine Kleist-Monografie von 1977 nannte er ein "Bild aus Wörtern"), machte ihn zum leidenschaftlichen Sprachkritiker und Streiter für eine Professionalisierung der Übersetzer. Sein Lebenswerk ist der Aufbau des Europäischen Übersetzer-Kollegiums in Straelen am Niederrhein, den er zusammen mit dem großen Beckett-Übersetzer Elmar Tophoven betrieb. Mit 30 Zimmern und der bald 100 000 Bände großen Bibliothek hat das Zentrum heute Weltgeltung.

Birkenhauer hat seit 1978 in seiner freundlich-sarkastischen Art Gelder aufgetrieben, Stipendien eingerichtet, Seminare geleitet, Projekte angeregt.

Vergangenen Sonntag ist er nach langer, schwerer Krankheit 66-jährig gestorben.