Ein Füllhorn interessanter Artikel ist der Economist diese Woche. Der Leader etwa misst den Hiat zwischen Wissenschaft und Profit anhand der Genomentschlüsselung durch die Firma Celera Genomics und der Bereitstellung von Medikamenten für Entwicklungsländer durch die Pharmaindustrie. Das Ergebnis ist verblüffend: "Far from compromising science, profit in both these cases ... has animated it, and directed it towards meeting pressing human needs. It is a happy marriage." Überrascht zeigt man sich auch in der Rubrik "Science and Technology", wo es in einem Beitrag gleichfalls um unsere Gene geht: "It takes far fewer genes to make a person than people once thought." Aber es kommt noch dicker. "Celeras scientists have found only 300 genes that people have and mice do not." Kleiner Trost: Den Fadenwurm stechen wir noch immer locker aus. Der Mensch, heißt es, besitze 1 ½ Mal so viele Gene wie der Winzling.

Unter dem etwas sehr hochgestimmten Titel "New arms for a new world" hält man ein Lob für den militärischen Visionär George W. parat: "The Bush administration is moving towards what may yet turn out to be the long-promised transformation of the American defence system from cold-war fighting force to the high-tech army of the future." Na denn ...

Weitere Artikel befassen sich mit dem Fall Napster, in dem das letzte Wort noch nicht gesprochen ist (unterdessen kann fleißig weiter genapst werden), mit den Aussichten des "e-learning" (mit Links zu diversen Bildungsportalen und "dot-colleges") sowie mit der Rückkehr der Ernsthaftigkeit in die Business-Mode: In Zeiten des "economic downturn" trägt man besser Anzug statt Shorts.

In der "Bücherecke" schließlich ruft man die Lebendigkeit der "Divine Comedy" ins Gedächtnis, informiert über die brauchbarsten englischen Ausgaben und zwei Bücher, die sich auf besonders verdiente Weise mit diesem "most magnificent poem" auseinandersetzen: "Dante: A Penguin Life" by R.W.B. Lewis und "The Poet's Dante", edited by Peter Hawkins and Rachel Jacoff. Daneben stehen einige interessante Links zu Dante-Internetadressen.

Der Spiegel, 19. Februar

Zum Titel "Die Milliardenfalle", bei dem es um geldgierige Banken und ihre Anleger geht, bringt das Magazin im Netz leider nur ein Interview mit Leonhard Fischer, im Vorstand der Dresdner Bank für das Investmentbanking zuständig - und das hat so gar nichts Überraschendes: Der Mann hat, wie sollte es anders sein, die Ruhe weg, ein reines Gewissen und volles Vertrauen in den Anlegerschutz: "Dass die Märkte bisweilen einbrechen, gefällt uns ebenso wenig wie jedem anderen Anleger auch", sagt er, "zu einer Aktienkultur gehört aber auch die Erkenntnis, dass eine Investition in junge Unternehmen risikoreich ist." Dass allerdings das Alter des Unternehmens nicht unbedingt ausschlaggebend ist, wissen inzwischen nicht zuletzt die Aktionäre der Deutschen Telekom. Ein Artikel stellt die Nöte des Konzerns, die seines Chefs Ron Sommer und diejenigen der Anleger zusammen: Zappenduster. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate verlor das einst über die Maßen gehypte Papier fast drei Viertel seines Werts, Tendenz: fallend.

Von Risiken ganz anderer Art ist im Spiegel-Gespräch mit Jassir Arafat die Rede. Der Palästinenser-Präsident spricht von der Notwendigkeit eines "Friedens der Mutigen" zwischen Palästinensern und Israelis und bekräftigt seinen Glauben, dass sich die neue israelische Regierung nicht von den unter Barak eingegangenen Verpflichtungen lösen wird.