Kapitalisten im BlaumannSeite 6/6
Diesem kurzfristigen Denken wollen auch Berliner Parlamentarier etwas entgegensetzen. SPD-Umweltpolitiker und die Grünen setzten beispielsweise in Riesters Rentengesetz eine Passage durch, die sanften Druck auf die Fondsmanager ausüben soll.
Den Rentenreformern unterlief eine peinliche Panne
Danach muss ein Anbieter von Produkten der Altersvorsorge "schriftlich informieren, ob und wie er ethische, soziale und ökologische Belange bei der Verwendung der eingezahlten Beiträge berücksichtigt". Durch diese Berichtspflicht soll ein Anreiz zu ökologisch sinnvollen Investitionen entstehen. Ein ähnlicher Mechanismus hat sich in Großbritannien bewährt.
Den deutschen Reformern unterlief allerdings eine peinliche Panne.
Ausgerechnet im Gesetzesteil, der sich auf die betriebliche Altersvorsorge und Pensionsfonds bezieht, ist der Ökopassus nicht enthalten. Er gilt ausschließlich für die rein private Vorsorge. Bleibt es dabei, hätte das Ökosiegel seinen Zweck verfehlt, denn dem Initiator Ernst Ullrich von Weizsäcker (SPD) war es genau um diejenigen gegangen, die das Gesetz nun nicht erfasst. "Ausgerechnet die Pensionsfonds sind als Agenten der Kurzfristigkeit aufgetreten", warnt er. "Und in ihrer Shareholder-Value-Mentalität hat der Umweltschutz einen sehr geringen Stellenwert."
Mitarbeit: Winfried Rauter
- Datum 08.03.2001 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11/2001
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