Der Ball ist nicht mehr rundSeite 2/2

Grasshoppers Zürich wird sogar, trotz Unterstützung des Schweizer Großkapitals, Mitte April die Börse wieder verlassen. "Es ist ein generell schwieriges Geschäft", sagt Medienchef Eugen Desiderato. Grasshoppers glaubt nicht mehr an eine Diversifizierung außerhalb des Spielfeldes und will sich nun wieder aufs Kerngeschäft, den Fußball, konzentrieren.

Selbst Europas Branchenprimus Manchester United dümpelt vor sich hin, unter anderem an der Berliner Börse. Der Kurs des aktuellen Gegners von Bayern München in der Champions League rutschte von über 400 bis auf klägliche 170 Pence ab. Woher sollen die Kursfantasien auch kommen? Die beiden wichtigsten Finanzposten, TV-Gelder und Markenrechte für Fanartikel, sind sehr weit ausgereizt. Zugleich belasten explodierende Spielergehälter und Transferzahlungen im zweistelligen Millionenbereich die Bilanz. Viele der oft hoch verschuldeten Kicker-AGs werden dieser Sackgasse nicht mehr entrinnen.

Den Klubs bleibt nur die Hoffnung auf außergewöhnliche Siege. "Internationale Fantasie könnte den Dortmunder Kurs nach oben bringen", hofft Stefan Waeckerle von der Deutschen Bank, die mangels Nachfrage immer noch knapp zehn Prozent der BVB-Aktien hält. Am besten wäre eine Qualifikation für die Champions League - zurzeit stehen die Dortmunder auf einem aussichtsreichen zweiten Platz in der Bundesliga.

Insgeheim distanziert sich der Konsortialführer des Borussia-Börsengangs mittlerweile. An den einst erhofften außersportlichen Gewinn mag die Deutsche Bank nicht mehr glauben. Analyst Waeckerle: "BVB ist vor allem eine Liebhaberaktie."

 
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