Intrigant Andreas Sentker: "Die Chronik des Klonens", ZEIT Nr. 12

Karl Illmensee hat nicht 1979, sondern 1981 seine ersten Klonierungsergebnisse bei Mäusen publiziert, übrigens auch nicht allein, sondern gemeinsam mit Peter C. Hoppe vom Jackson Laboratory in Maine

beide haben die Experimente gemeinsam durchgeführt. - Heute arbeitet Illmensee nicht in Wien, sondern an der Universitätsfrauenklinik in Innsbruck. - Der "erdrückende Verdacht der Fälschung" war die Folge intriganter Unterstellungen. Die Universität Genf setzte 1983 eine internationale Kommission ein, die den Verdacht nicht bestätigt hat. Sie hat jedoch empfohlen, Illmensee möge seine beanstandeten Experimente wiederholen. Er "kann und will seine Experimente jedoch nicht wiederholen", heißt es. In Wahrheit hat er sie in Zusammenarbeit mit Fachkollegen aus Polen, Italien und Deutschland erfolgreich wiederholt und publiziert.

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Daraufhin hat die Kommission in einem Schreiben an den Rektor der Genfer Universität befunden, dass "die wichtigsten Ergebnisse der früheren Experimente reproduziert wurden. Die beiden Zeitschriften, in denen die Arbeiten publiziert wurden (Development, Naturwissenschaften), sind international anerkannte peer-reviewed journals. Als Mitglieder der Internationalen Kommission erachten wir es als angemessen, dass die Universität Genf die wissenschaftliche Öffentlichkeit darüber informieren sollte, dass diese kontroversen Experimente jetzt unter den von der Kommission gesetzten Bedingungen bestätigt sind." - Dieser Aufforderung zu folgen, hat die Spitze der Genfer Universität bisher unterlassen, obwohl sie auch von anderen Seiten hierzu und zu einer förmlichen Rehabilitierung Illmensees aufgefordert wurde. Die Gründe für diese Zurückhaltung bleiben ihr Geheimnis.

Dr. Hans Joachim Becker Heidelberg

 
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