die zeit: Es heißt, Sie seien "eine Brücke zwischen Kommerz und Kunst".

Zeigen Sie, wie man die riesigen Kultursubventionen verringern kann?

Alexander Pereira: Ich bin kein Symbol für die Abschaffung von Subventionen.

Eher möchte ich den Menschen verständlich machen, wozu dieses Geld eingesetzt wird. Wenn man überlegt, was eine Kinokarte kostet, dann ist eine Opernkarte erstaunlich günstig. Die Hälfte aller Karten bei uns kostet unter 80 Mark und 30 Prozent sogar unter 40 Mark. 70 Prozent meiner Besucher verdienen weniger als 80 000 Mark im Jahr. Wenn ich für diese Leute keine bezahlbaren Karten anbiete, bleibt mein Haus leer. Etwa ein Viertel meiner Besucher ist jünger als 25 Jahre. Also ist die Oper eine Investition in die künftige Gesellschaft.

zeit: Vor zehn Jahren hat Ihr Haus nur ein Viertel der Kosten wieder hereingeholt, heute fast die Hälfte. Aber immer noch gibt Ihnen ein anonymer Spender, der Steuerzahler, mehr als 200 Franken pro Sitzplatz hinzu.

Pereira: Die Menschheit hat in ihrer Geschichte Höchstleistungen hervorgebracht, die als Leitidee für alle zukünftigen Generationen gelten könnten. Der Herr Mozart, der den Don Giovanni geschrieben hat, hat uns da eines der größten Vorbilder überhaupt geschrieben. Nun haben wir die Verpflichtung, solche Werke so zum Schwingen zu bringen, dass ihre Vorbildfunktion auch tatsächlich zur Wirkung kommt. Wenn dieses Meisterwerk nur Mittelmäßigkeit vorlebt, dann verfehlt es seine Aufgabe.

zeit: Don Giovanni ist Mozart von einem Prager Opernunternehmer in Auftrag gegeben worden. Er konnte für die Ausstattung nicht viel Geld ausgeben. Also sollte es nur zwei Akte haben.