Dass Damenstrümpfe leicht reißen, liegt an der Physik - und da sind Wunder selten. Die Kundinnen legen Wert darauf, dass das Gewebe quasi unsichtbar ist. Bei einer Fadenstärke von 20 Denier - das ist die Einheit für die Fadenstärke - wiegt der Kilometer Garn gerade noch zwei Gramm. Da reißt der Faden schnell, auch wenn die heutigen Kunststoffe in ihrer Festigkeit mit Stahl vergleichbar sind. Also: je dünner, desto reißfreudiger.

Bleibt die Frage der Laufmaschen. Tatsächlich werden immer mal wieder so genannte maschenfeste Strümpfe angeboten. Sie werden auf andere Art gestrickt als die normalen. Wenn der Faden an einer Stelle reißt, dann läuft die Masche nicht weiter, sondern es bildet sich ein Loch von mehreren Millimetern Durchmesser. Der Nachteil: Das Maschenbild dieser Strümpfe ist nicht so ebenmäßig. Und mit Löchern möchte auch nicht jede Kundin herumlaufen. Ganz ohne Verschwörung der Hersteller hat also der Wunsch der Kundschaft nach "unsichtbaren" Strümpfen dafür gesorgt, dass die stabileren Varianten sich nicht durchsetzen konnten. Christoph Drösser

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