Der fünfte EvangelistSeite 2/2
Doch wer tiefer in den Bachschen Kunstkosmos eintaucht, dem wird womöglich alles rätselhafter und undurchschaubarer. Weit weg erscheinen heute die semantischen Feinheiten der Barockrhetorik oder das Glasperlenspiel des Kontrapunkts. Bach, der Schwierige. Der wird gern ausgeblendet.
Und doch geschehen zu Ostern bisweilen noch Wunder, wenn aus dem großen Wehklagen der Passions-Musik metaphysische Bewegtheit aufsteigt - sei es auch nur eine musikalische. Vielen deutschen Kanzeltheologen ist die offenbar nicht mehr gegeben. Wenn der Küster nach Ostern die zusätzlichen Stühle vor dem Altar wieder weggeräumt hat, ist die Kirche leer.
- Datum 11.04.2001 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16/2001
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