Es macht uns Mut, dass seit der vergangenen Woche auch das Dorf Lewashowo, östlich von Moskau, ans Internet angeschlossen ist. Wie das russische NTV-Fernsehen berichtet, bekommt Lewashowo als erste ländliche Gemeinde Russlands eine "dörfliche Website", und die Zahl der Nutzer hat bereits die 2-Personen-Barriere durchbrochen: Zu den ersten Surfern gehören Ladenbesitzerin Nina Rubashikina und der Unternehmer Wyachelsaw Zwerew. Wir gratulieren. Denn natürlich ist das Netz die große Hoffnung aller Menschen, die in armen Regionen leben und nicht für immer hinter der digital divide verschwinden wollen - dem Graben zwischen Net-Set und Computer-Analphabeten. Staatschefs und Entwicklungshelfer verkabeln seit Jahren ferne Länder, denn die Armen der Welt sollen natürlich vom Dotcom-Boom profitieren.

Deshalb finden wir es auch einigermaßen destruktiv, dass Bill Gates in diesen Tagen davon redet, die Dritte Welt brauche "Gesundheitsvorsorge statt Laptops". Und dass die Gruppe 77 der Entwicklungsländer "Transistorradios statt Internet" fordert. Können SIE sich einen Börsenboom mit Radios vorstellen? Lewashowos Landfunk plant Milliardenofferte für WDR-Verkehrsnachrichten? Mittelwellen-Aktien im Senkrechtstart? Blicken wir also lieber nach vorn. Das neue Yahoo! heißt www.lewashowo.yaroslawl.ru.