Doch im Vordergrund steht bei der "Süddeutschen Zeitung" die Innenpolitik: Edmund Stoiber und Angela Merkel haben sich darauf verständigt, auch künftig unsere Verfassung zu respektieren und das Grundrecht auf Asyl nicht aufzugeben: "Union einigt sich auf Strategie beim Asylrecht". Auch die "Welt" beschäftigt sich mit deutschen Verhältnissen und titelt: "Bahn streicht 30 Millionen Zugkilometer". Weniger Strecke statt besserem Service - ein Hoch auf Autokanzler Schröder, Bahn-Sanierer Mehdorn und ihre gemeinsame verkehrspolitische Vision einer eisenbahnbereinigten Zukunft!

Um das Wirtschaftliche kümmern sich ansonsten die Experten von "Handelsblatt" und "Bild": Während die Düsseldorfer wie gewohnt auch in Krisenzeiten positiv denken - "Softwarekonzern SAP zieht an der Konkurrenz vorbei" lautet die Schlagzeile - artikuliert das Boulevardblatt unser aller Zukunftsängste: "Benzin bald drei Mark?"

Bush und der Nahe Osten

Nach Mahnungen von Außenminister Powell und einem Krisentelefonat des US-Präsidenten mit Israels Regierungschef Ariel Scharon sind es nicht die kritischen Stimmen aus Europa zur israelischen Gewaltpolitik, die die Kommentatoren beschäftigen, sondern es ist die Rolle des traditionellen Verbündeten USA: Laut "Welt" scheint George Bush jr. "in der Außenpolitik sein Heil bislang in der schlichten Opposition zum Kurs seines Vorgängers zu suchen." Der Autor nennt Korea, Balkan und Klimaschutz als Beispiele. Weiter heißt es: "Mag Bushs Hang zum Widerspruch in anderen Regionen zu Problemen führen, kommt er im hochsensiblen Nahen Osten einer Katastrophe gleich. Scharon nämlich nahm das Schweigen der Männer in Washington als stillen Beistand für seine Strategie der massiven Vergeltung, und auch Arafat glaubte, das amerikanische Phlegma für seine Zwecke nutzen zu können."

Der eigentliche Verlierer der jüngsten Entwicklungen sei jedoch der israelische Premier, meint zumindest die "Frankfurter Rundschau": "Erstmals seit seinem Amtsantritt steckt Israels Regierungschef Ariel Scharon richtig in Schwierigkeiten. Was der Ex-General diese Woche in Gaza inszenierte, hat sich als Fehlschlag auf der ganzen Linie erwiesen. Politisch, diplomatisch, militärisch."

"Man wird sich nicht zu der Vermutung versteigen, Bush habe Israels eskalationsbereiten Regierungschef Scharon am Telefon die Leviten gelesen; aber ein Ordnungsruf wird es schon gewesen sein", vermutet auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und kommentiert: "Washington kann nicht zusehen, wie die ganze Region in Unfrieden gestürzt wird, unter tätiger Mitwirkung seiner Partner." Höchste Zeit zum Einschreiten, findet auch der "Tagesspiegel". Washington habe dabei auch nichts mehr zu verlieren: "Schlimmer wird's nimmer: Die Lage ist dermaßen desaströs, dass Bush kein Risiko eingeht, wenn er versucht, die Wogen zumindest ein wenig zu glätten."

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