Am DONNERSTAG fahre ich zur 2. Recruiting-Messe des Uni-Magazins Unicum nach Düsseldorf. Hier treffen Talentsucher auf Studierende. 15 000 Jobs sind zu vergeben, 4000 Menschen kommen. Jobsuchende können direkt mit Personalchefs von Wirtschaftsunternehmen sprechen. Gestern habe ich die Messe mit einer großen Ansprache eröffnet. Ich habe eine Talentsucherin von VW kennen gelernt. Ich frage mich, wie wohl meine Chancen bei VW sind? Will ich da überhaupt einen Job? Komme ich in den Vorstand? Heute Abend gebe ich noch ein Konzert.

FREITAG gehe ich joggen, mache etwas Stretching, esse Müsli mit Früchten. Dann setze ich mich an meinen PC und schaue, was so passiert ist. Ein Mann von Welt muss informiert sein. Ich gucke natürlich auch auf die Bafög-Seite ( www.das-neue-bafoeg.de ) und auf meine eigene Homepage ( www.guildo-horn.com ), auf der Studenten mich anmailen und mir Fragen stellen können. Ein paar Tipps kann ich schon geben. Die Fragen, die ich nicht beantworten kann, leite ich weiter. Ein Doppel-Chat mit der Bildungsministerin Edelgard Bulmahn ist in Planung, da freue ich mich drauf. Als das neue Bafög-Gesetz verabschiedet wurde, fragte sich das Ministerium, wie man es am besten rüberbringen kann. Die sind auf mich gekommen, weil ich Pädagogik studiert habe und Bafög-Empfänger war. Das Motto meiner Tournee 2000 "Du erreichst Dein Ziel!" passte auch gut. Bei meinem ersten Treffen mit der Ministerin war ich sehr beeindruckt. Sie war sehr konzentriert. Sie lacht gern, sieht gut aus und ist eine intelligente, selbstbewusste Frau. Mit Parteipolitik habe ich allerdings nichts zu tun.

Am SAMSTAG werde ich den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, dann kommen die Ideen von selbst. Je mehr man versucht, etwas zu erzwingen, desto problematischer wird es. Ich könnte natürlich die ganze Zeit Ferien machen, aber ich bin sehr verliebt in meinen Job. Auch Pädagogik war meine Leidenschaft. Ich hätte nicht studieren können ohne Bafög. Ich bin Halbwaise, meine Mutter war Rentnerin. Wir waren finanziell nicht gut bestückt. Ich bin froh, dass es jetzt mehr Unterstützung vom Staat gibt, die Antragstellung leichter geworden ist und nach der Ausbildung weniger zurückgezahlt werden muss.

Ich wohne auf dem Land, in der Nähe von Köln. Wir haben viele Tiere zu Hause. Hund, Katze, Pferd, Fische. Die müssen am PFINGSTSONNTAG alle versorgt werden. Ich ziehe Gummistiefel an und gehe zum Bauernhof nebenan, wo unser Pferd eingestellt ist. Ich miste den Stall aus, sammle Pferdeäpfel ein und putze und striegle das Pferd. Dann reiten wir aus. Abends koche ich: Kaninchen mit Kartoffelknödeln und Rotkraut. Meine Freundin Tanja macht eine Flasche Rotwein auf. Ich bin der Hausmann. Wenn das Wetter sich hält, grillen wir. Drei Tage frei, das reicht dann auch. Am MONTAG setze ich mich für ein paar Stunden ans Schlagzeug. Danach lerne ich meinen Text für die Rolle des Fährmanns Hans Styx in der Operette Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach, die im Juli in Trier bei den Antikenfestspielen aufgeführt wird.

DIENSTAGS gehe ich mit meiner Band Die Orthopädischen Strümpfe in Düsseldorf ins Studio. Wir bereiten eine neue Platte vor, die Anfang nächsten Jahres herauskommen soll. Eine Tournee ist auch geplant. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht - auf der Bühne geht mir das Herz auf. Am MITTWOCH habe ich einen Termin bei der Agentur, die für die Bafög-Kampagne zuständig ist. Wir bereiten eine große Veranstaltung an einer ostdeutschen Universität vor. Außerdem fahre ich zu meiner Firma nach Köln, sie heißt Deutsche Schlager Agentur. Ich entwickle gerade ein neues Bühnenkonzept: Ich will endlich meinen Umziehrekord brechen, er liegt bei fünf Kostümen pro Abend.