"Aha! Wir wussten es!", sagen all jene, die davor gewarnt hatten, Lösegeld an Terroristen zu zahlen. Eines ist wahr: Die Wallert-Kidnapper Abu Sayyaf können jetzt noch leichter entführen, weil sie mit dem erpressten Geld Boote kaufen konnten, die schneller sind als die der philippinischen Marine.

Amerikaner und reiche Filipinos hat die Bande diesmal verschleppt. Aber möglich war das nicht nur wegen der neuen Ausrüstung, sondern vor allem, weil Commander Robot und Konsorten immer noch frei herumlaufen. Die Methode "Bezahlen und abhaken" rächt sich. Vielleicht, weil damals Lösegeld floss

sicher aber, weil das Problem mit der Freilassung der Familie Wallert abgehakt wurde.

Eigentlich sollte die Devise "Bezahlen und die Gangster später schnappen" gelten. Offiziell führen die einstige Estrada- und die jetzige Arroyo-Regierung seit neun Monaten einen "totalen Krieg" gegen die Abu Sayyaf. In Wirklichkeit kämpfen die philippinischen Streitkräfte auf Jolo aber nur mit ein paar hundert Infanteristen und vier 30 Jahre alten Hubschraubern. Nach Luftangriffen sind viele Zivilisten tot, aber kein Abu-Sayyaf-Anführer ist gefasst. Die werden vor allem deshalb nicht geschnappt, weil die Bevölkerung auf dem rein islamischen Jolo sie schützt.

Ein muslimischer Terrorist wird dort zwar verdammt, aber noch lange nicht an einen katholischen Soldaten aus Manila verraten, der Bomben abwirft.

Terroristen kann nur das Wasser abgraben, wer die Region entwickelt. Von Hilfsprogrammen sprachen damals auch die Lösegeldzahler aus dem Westen. Darum gekümmert haben sie sich nicht. Geld gab es nur für die Abu Sayyaf.