Kaum waren sie entdeckt, sind sie schon wieder verschwunden: die Wandmalereien des Dichters Bruno Schulz in der Villa Landau. Am 9. Februar entdeckte ein Team um den Dokumentarfilmer Benjamin Geissler im ostgalizischen Drohobycz die Märchenbilder (siehe ZEIT Nr. 12/01), die Schulz 1941/42 für die Kinder des SS-Hauptscharführers Felix Landau gemalt hatte.

Jetzt sind sie offenbar von professionellen Dieben aus dem Haus gestohlen worden. Die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza berichtet, drei Männer hätten sich als Mitarbeiter der israelischen Gedenkstätte Jad Vaschem ausgegeben, so Zugang zu den Bildern bekommen und sie dann mit einer Spezialausrüstung abgenommen. Offenbar will da noch schnell jemand ein Geschäft machen: Das ukrainische Kulturministerium wollte die Bilder zum nationalen Kulturerbe erklären, sie dürften dann nicht mehr ins Ausland verkauft werden.