Soso, da spielte Energie Cottbus tatsächlich ohne einen einzigen deutschen, geschweige denn einen sächsischen Profi. Wieso eigentlich sächsisch, liegt Cottbus doch mindestens seit dem 3. Oktober 1990 in Brandenburg?

Könnte es sein, dass dieser kleine Fauxpas auf Seite 1 der guten alten Hamburger ZEIT auch im Jahre elf der Einheit Ausdruck einer gewissen Ignoranz und Unkenntnis gegenüber Neufünfland ist? Wird nicht auch in der ZEIT mit Berichten, Kommentaren und Dossiers das Klischee des latent oder offen rechtsradikalen, abwanderungswütigen, zivilgesellschaftlich und wirtschaftlich unterentwickelten Ostdeutschlands gepflegt, ein Land (sic!), in dem investitionswillige Wessis gemobbt werden und Ossis ach so undankbar sind?

Wäre eigentlich schade und würde der Wirklichkeit genauso wenig gerecht, wie die Hochglanzbroschüren der Tourismusbranche. Dies ist jedenfalls der Eindruck eines Wossis mit Westsozialisation, der seit ein paar Jahren merkwürdig gerne hier lebt. Auch wenn der Bökelberg ganz schön weit weg ist, übrigens.

Nils Geißler Dresden