Dumm gelaufen ist für Microsoft eine Werbekampagne, die in den USA für Negativschlagzeilen sorgte. Händler sollten Namen und Adressen von gewerblichen Kunden preisgeben, die sich nach PCs ohne Windows-Betriebssystem erkundigten. Für jeden Hinweis gab es einen Punkt, für 50 Punkte konnten sich die Händler Präsente aussuchen, vom Microsoft-Spiel bis zum Grillbesteck. Die Aufforderung wurde als unfair empfunden und blieb bei den Händlern ohne Resonanz. Dafür war das Presseecho umso größer. In den USA sind fast alle Hersteller per Vertrag mit Microsoft verpflichtet, ihren PCs ein Windows-System beizulegen, selbst wenn der Kunde Linux installieren will.

Über eine besorgniserregende Zunahme der Raubkopien klagt die Business Software Alliance (BSA). Sie meldet für Deutschland den "höchsten Schaden in Westeuropa" und schätzt, es werde "fast ein Drittel der Business-Software in der Bundesrepublik illegal eingesetzt". Die Gruselmeldung relativiert sich beim Blick auf die Details: So rechnet die Allianz nur mit Verkaufszahlen von US-Herstellern, deutsche Software zählt nicht. Die Zahl der installierten PCs wird anhand eines "White-Collar-Faktors" der Büroangestellten hochgerechnet, und den setzt die BSA für Deutschland besonders hoch an. Würde man die Zahlen ohne diese Gewichtung betrachten, so läge Deutschland auf einem der hinteren Plätze.

Wiederholungen alter Fernsehserien sind beliebt und preiswert, doch stören sie mitunter das Werbeumfeld. Die Bildspezialisten von Princeton Video (ZEIT Nr. 21/01) haben nun einen neuen Trick entwickelt: Sie kopieren Werbung für heutige Produkte in die alten Filme hinein. Computerberechnete Logos und Werbeschriften fügen sich unauffällig ins Bild. AOL Time Warner und Vivendi Universal melden schon ein enormes Interesse der Werbewirtschaft.

Detlef Borchers (online@zeit.de)