die zeit: Ihr Unternehmen Idatec bietet "Krankenstandsüberwachung" an. Was verbirgt sich dahinter?

Heiko J. Maniero: Wenn ein Unternehmen vermutet, dass ein Arbeitnehmer blaumacht, wendet es sich an uns. Wir beschatten denjenigen dann. Macht er blau, liefern wir dem Betrieb Beweismaterial, sodass er fristlos gekündigt werden kann.

zeit: Wie gehen Sie vor?

Maniero: Der Arbeitgeber liefert uns Daten über den potenziellen Blaumacher - Fotos, Autokennzeichen, Adresse und Telefonnummer. Als Erstes prüfen wir über das Einwohnermeldeamt, ob die Adresse stimmt, sodass wir nicht die falsche Person beschatten. Dann rufen wir an, um zu kontrollieren, ob der Krankgemeldete zu Hause ist, und ein Beschatter postiert sich unauffällig in einem Auto vor dem Haus. Sobald die Person das Haus verlässt, wird sie verfolgt und gefilmt. Geht sie zum Arzt, ist das in Ordnung. Aber einige so genannte Kranke gehen ins Schwimmbad. Oder sie arbeiten für ein anderes Unternehmen.

zeit: Wie lange wird jemand beschattet?

Maniero: Normalerweise haben wir nach zwei Tagen genug Beweise. Wenn jemand offensichtlich krank ist, brechen wir die Beschattung ab.

zeit: Wer macht am häufigsten blau?