die zeit: Sie sind einer der wenigen Fernsehschaffenden, die sich alte Sendungen anschauen können, ohne sich wegen stilistischer Verirrungen schämen zu müssen: gleiche Musik, gleicher Ton, gleicher Pullover. Ist das das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Klaus Bednarz: Ich habe ganz einfach getragen, was am bequemsten war. Bezogen auf die Sendung heißt das: Wir haben eben nicht jede Mode mitgemacht, haben auf zeitgeistigen Schnickschnack verzichtet und uns an altmodischen professionellen Kriterien orientiert. Das Publikum hat das honoriert.

Unterdessen sind viele andere, die den Anspruch hatten, das Fernsehen neu zu erfinden, gescheitert oder bedeutungslos geworden.

zeit: ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagt immer, die Zeit der politischen Tendenzmagazine sei vorbei.

Bednarz: Monitor war nie in einem parteipolitischen Sinne tendenziös. Wir haben uns grundsätzlich mit allen angelegt, auch mit Rot und Grün. Wir betreiben heute keinen anderen Journalismus als früher. Wir stehen allerdings für gewisse Inhalte, für die Rechte von Minderheiten, für Menschenrechte, für soziale Chancengleichheit, für den Erhalt der Umwelt.

zeit: Monitor würde heute nie und nimmer neu gestartet.

Bednarz: Es hätte es im Programmverständnis mancher ARD-Hierarchen eher schwer.